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Die Einfuhr von Chrystal und die strafrechtlichen Folgen

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In letzter Zeit nimmt die Anzahl von BtMG- Strafverfahren wegen der Einfuhr von Chrystal massiv zu. Einer der Hauptgründe hierfür ist die liberale Rechtslage und die relativ einfache Verfügbarkeit der Droge in Tschechien. Bei Chrystal handelt es sich ein Methamphetamin; die Droge ist billig und vergleichsweise einfach herzustellen. Schätzungen gehen von Hunderten von Drogenlaboren (sog. „Küchen") in  Tschechien aus.

Die bayrischen Behörden kontrollieren jedoch den Grenzraum zu Tschechien sehr genau, weshalb zahlreiche Personen beim Grenzübertritt mit Chrystal „erwischt" werden. Die eingesetzten Drogenspürhunde erschnüffeln auch in sog. „Bodypacks" verschweißte Drogen.

Hierbei muss beachtet werden, dass die Einfuhr wesentlich härter als der Besitz bestraft wird.

Sobald die nicht geringe Menge überschritten ist, droht bei der Einfuhr von Chrystal eine Mindeststrafe von zwei Jahren. Die Grenze der nicht geringen Menge liegt bei Chrystal bei nur 5 Gramm Methamphetaminbase. Die mit den „Einfuhr-Fällen" befassten Amtsgerichte (zum Beispiel Amtsgericht Hof, Amtsgericht Wunsiedel) verhängen in der Regel bereits bei der geringen Überschreitung der nicht geringen Menge Freiheitsstrafen von über 2 Jahren. Eine solche Strafe kann dann nicht mehr zur  Bewährung ausgesetzt werden.

Wichtig ist bei entsprechendem Strafverfahren, zunächst keine Angaben zur Sache zu machen. Erst nach Absprache mit einem in BTM-Fragen versierten Strafverteidiger kann dann geprüft werden, ob Angaben zur Sache (eine Einlassung) gemacht werden. Grundsätzlich muss natürlich dann auch geprüft werden, ob über §31 BtmG eine Strafmilderung und damit die Verhängung einer Bewährungsstrafe möglich ist. Dies setzt jedoch voraus, dass Angaben über Mittäter (z.B. Kuriere, Lieferanten, Abnehmer) gemacht werden.

Bei Drogenfunden im Kofferraum ist es bei mehreren PKW- Insassen  denkbar, dass bei Schweigen aller Insassen eine Zuordnung der Drogen nicht möglich ist und im Ergebnis alle freigesprochen werden müssen.

Rechtsanwalt

Ulli H. Boldt

Der Verfasser ist auf BTM-Fragen spezialisierter Strafverteidiger in der Kanzlei Rechtsanwalt Boldt, T. 030/2181196, www.btm-rechtsanwalt.de


Rechtstipp vom 22.04.2013
aus der Themenwelt Strafverfahren und dem Rechtsgebiet Strafrecht

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