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Franchise-Gründung in China

Was ist Franchising?

Franchising ist eine beliebte Praxis, bei der ein Unternehmen (Franchisor) einem anderen (Franchisee) verschiedene Rechte (insb. Markenrechte) entgeltlich für einen bestimmten Zeitraum übermittelt. Der Franchisor bietet zumeist verschiedene Services, wie Marketing, Trainings und Beratungsdienste, an und kassiert dafür verschiedene monetäre Gegenleistungen, wie zum Beispiel Royalties, für die Markennutzung und einen prozentualen Umsatzanteil des Fanchisees. Franchising ist zudem eine beliebte Markteintrittsstrategie für ausländische Unternehmen, die das Vertriebsnetz für ihre Produkte/Dienstleistungen international erweitern wollen.

Der Markteintritt beinhaltet jedoch verschiedene Hürden. So zum Beispiel wirtschaftliche, politische und kulturelle Unterschiede oder das neue Betriebsumfeld. Da durch Chinas schnelle wirtschaftliche Entwicklung und den Eintritt in die WTO die alten Regelungen obsolet wurden, führte die Volksrepublik 2004 neue Regelungen ein, die mit den WTO-Standards konform sind, und hat diese 2007 nochmals angepasst.

Die 2007 veröffentlichten Änderungen der Franchiseregeln machten den Franchising-Prozess liberaler und dadurch attraktiver für ausländische Investoren.

Die verschiedenen Franchisetypen

Ausländische Unternehmen können zwischen drei Arten von Franchisemodellen in China wählen:

  • Single Unit Franchise
  • Master Franchise Agreement oder Regional Representative Agreement
  • Regional Development Agreement
Franchisetyp
Hauptmerkmale
Vorteile
Nachteile
Single Unit Franchise
Franchisegeber gewährt einem Franchisenehmer das Recht, eine einzelne Franchisefiliale zu eröffnen.
Ein ausländischer Franchisegeber kann direkt die Franchisegebühr vom Franchisenehmer erhalten und dessen Geschäftsaktivitäten überwachen.
Bedarf eines unabhängigen Vertrags mit jedem einzelnen Franchisenehmer.
Master Franchise Agreement (auch Regional Representative Agreement)
Einem regionalen Representative wird das Recht übertragen, in einer bestimmten Region das Franchise zu verbreiten (durch einige Eröffnungen oder Rechtevertrieb).
Verringert das Investment des ausländischen Franchisenehmers und reduziert das Geschäftsrisiko. Das effektive Nutzen von lokalem Management beschleunigt die Entwicklung des Franchisenetzwerks.
Umständliche Vertragsauflösung, falls der Repräsentant seine vereinbarten Ziele nicht erreicht. Gefahr, dass Franchisenehmer ihren Profit geringer angeben, um weniger abgeben zu müssen.
Regional Development Agreement
Der Franchisenehmer erhält das Recht, in einem autorisierten Gebiet eine bestimmte Anzahl an Franchisefilialen und Aktivitäten durchführen zu können, kann diese Rechte jedoch nicht weitergeben.
Verhältnismäßig hoher chinesischer Kapitalanteil. Trainingskosten sind vergleichsweise gering.
Chinesische Regularien sehen vor, dass der Franchisenehmer alle Filialen besitzen und eine bestimmte Anzahl an Angestellten haben muss. Jegliche Probleme mit der Erfüllung der Franchisegeber-Pflichten nach Vertragsschließung wird zu kostspieligen Rechtsstreitigkeiten führen.

Ein Master Franchise Agreement errichten

Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Master Franchise Agreement zu schließen:

  1. Die Franchiserechte können direkt an den chinesischen Franchisenehmer übertragen werden, was die Auswahl eines oder mehrerer regionaler Repräsentanten beinhaltet, welche Filialen eröffnen und Franchiserechte übertragen können.
  2. Es kann ein Unternehmen mit ausländischem Kapital gegründet werden, was eine WFOE, Sino-foreign Joint-Venture oder ein Contractual Joint-Venture sein kann.

Die wichtigsten Regularien in China

Nach den chinesischen Regularien muss ein Franchisegeber unter anderem folgende Dinge vorweisen:

  1. Informationen über das Franchisemodell
  2. Informationen über die Verteilung von Franchisefilialen in China
  3. Informationen über den Geschäftsausblick des Franchisegebers
  4. Kopie der Geschäftslizenz oder Unternehmensregistrierung
  5. Kopien der Zertifikate für Marken, Patente oder andere für das Franchising relevante Rechte
  6. Muster-Franchisevertrag
  7. Franchise-Betriebsanleitung
  8. Schriftlicher Nachweis über die Erfüllung der Anforderungen und Einhaltung der Two-Plus-One-Rule
  9. Marketingplan
  10. Zertifikat über die Einhaltung der Two-Plus-One-Rule, ausgestellt durch die Städteverwaltung in China, oder eine notarisch beglaubigte Übersetzung der Geschäftslizenz, welche durch eine chinesische Botschaft authentifiziert wurde

Die „Two-Plus-One-Rule” verlangt von einem Franchisegeber, dass er erst zwei unternehmenseigene Filialen im Heimatland oder China haben und diese für mindestens ein Jahr betrieben haben muss, bevor Franchising in China betrieben werden kann.

Auch wenn Franchising in China kompliziert zu sein scheint, so bietet es doch immense Chancen. Das Prinzip genießt eine enorme Popularität bei westlichen Markeninhabern, um ihre Produkte auf dem chinesischen Markt zu vertreiben.


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