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Nach Autounfall Schmerzensgeld richtig einklagen

Rechtstipp vom 12.02.2019
Rechtstipp vom 12.02.2019

Nach einem Verkehrsunfall müssen jährlich Tausende mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus, müssen ärztlich behandelt werden und haben oft lange unter gesundheitlichen Folgen zu leiden. Können Unfallopfer durch einen Arzt, Polizeiberichte oder Zeugenaussagen nachweisen, dass Verletzungen, Folge- oder Langzeitschäden auf den Autounfall zurückzuführen sind, haben sie in der Regel Anspruch auf Schmerzensgeld. Doch wie macht man Schmerzensgeld geltend?

Was nach einem Unfall zu tun ist, damit Schmerzensgeld beantragt werden kann

Wer bei einem Verkehrsunfall verletzt wird, sollte dies möglichst direkt der Polizei vor Ort mitteilen. Vom Unfallverursacher lässt man sich die Versichertennummer geben und notiert dessen Kennzeichen. Danach sollte man schnellstmöglich zum Arzt gehen und sich die Verletzungen attestieren lassen. Für die schnellere Bearbeitung eines Schmerzensgeldanspruchs kann man den Arzt fragen, ob dieser einen Unfallbericht nebst Dokumentation der Verletzungen ausfüllt. Das ärztliche Attest ist unbedingt notwendig für die Geltendmachung des Schmerzensgeldes, weil man als Geschädigter nachweispflichtig ist. War man beim Arzt, so kann man danach mit der gegnerischen Versicherung Kontakt aufnehmen und dieser mitteilen, dass man sich verletzt hat und Schmerzensgeld beantragen will. 

Voraussetzungen für Schmerzensgeld nach einem Autounfall

Ob ein Anspruch auf Schmerzensgeld besteht, ist von einigen Faktoren abhängig: Zum einen spielt das Ausmaß der körperlichen und psychischen Unfallfolgen für den Geschädigten eine Rolle. Zum anderen muss ein zweifelsfreier Nachweis des Anspruchs auf Schmerzensgeld vorgelegt werden und der Schmerzensgeldanspruch muss rechtzeitig geltend gemacht werden. 

Birgt der Schmerzensgeldanspruch Kosten für mich?

Wird ein berechtigter Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Autounfall erfolgreich durchgesetzt, muss die Gegenseite alle Kosten übernehmen. 

Wenn ein Anwalt damit beauftragt wird, Ansprüche geltend zu machen, so sind auch sämtliche Anwalts- und Gerichtskosten von der Haftpflichtversicherung des Schädigers zu übernehmen, denn niemand ist verpflichtet, sich mit der gegnerischen Versicherung alleine auseinanderzusetzen.

Dies bedeutet, dass Ihnen durch die Geltendmachung von Schmerzensgeld durch einen Anwalt keine Kosten und/oder Nachteile nach einem Unfall entstehen. 

Wie viel Schmerzensgeld erhalte ich?

Die Höhe des Schmerzensgeldes ist nicht exakt berechenbar und wird im Einzelfall individuell bemessen. Bei der Bestimmung der Höhe von Schmerzensgeld ziehen Versicherungen und Gerichte sogenannte Schmerzensgeldtabellen heran (Tabelle mit Urteilen deutscher Gerichte zum Schmerzensgeld). Diese Tabelle dient den Gerichten und Versicherungen als Orientierungshilfe.

Die Höhe des Schmerzensgeldes hängt dabei von folgenden Faktoren ab:

  • Schwere der physischen & psychischen Verletzungen
  • Ausmaß der Folge- & Langzeitschäden
  • Umfang & Dauer der medizinischen Behandlung oder Rehabilitationsmaßnahmen
  • Ausmaß der alltäglichen & beruflichen Einschränkungen
  • Zeitraum einer Arbeitsunfähigkeit
  • nachweisbare vorsätzliche Verzögerung der Schadensregulierung durch Gegenseite

Tipp: Bei Personenschäden sollte ein Fachanwalt für Verkehrsrecht beauftragt werden, da die Bemessung und Durchsetzung von Schmerzensgeldansprüchen schwierig ist und Versicherungen immer versuchen, die Kosten zu drücken. 

Vorsicht: Eine zu hohe Schmerzensgeldforderung werten Gerichte u. a. als versuchte Bereicherung und weisen die Forderung zurück. Dann könnte es passieren, dass Sie gar keinen Anspruch auf Schmerzensgeld mehr haben. 

Gibt es weitere Zahlungen außer Schmerzensgeld?

Wenn ein Anspruch auf Schmerzensgeld besteht, dann besteht auch ein Anspruch auf die Zahlung weiterer Heilbehandlungskosten, Reha-Maßnahmen, Pflege oder behindertengerechten Wohnbedarf. Dazu kommen Zahlungen für Verdienstausfall oder entgangenen Gewinn, Haushaltsführungsschaden oder Rentenzahlungen. Diese Schadensersatzpositionen treten neben den eigentlichen Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Was ist, wenn Folgeschäden eintreten, mit denen nicht gerechnet wurde?

Zahlt die Versicherung einen Abfindungsvergleich, so ist in den meisten Fällen die Schadenregulierung abgeschlossen und zukünftige Schäden mit abgedeckt. Nachforderungen sind ausgeschlossen. Sind Folgeschäden wahrscheinlich, so sollte man sogenannte Vorbehalte vereinbaren, um künftige Ansprüche zu sichern. 

Wer kann das Schmerzensgeld geltend machen?

Schmerzensgeld ist ohne stichhaltige Beweise nicht leicht durchzusetzen. Werden zum Beispiel Unfallhergang und -folgen nicht korrekt und umfassend dokumentiert, ist es schwer nachzuweisen, dass die Verletzungen auf den Unfall zurückzuführen sind. Deswegen ist es ratsam, die Ansprüche aus einem Verkehrsunfall durch einen Fachanwalt für Verkehrsrecht geltend machen zu lassen. 

Sie wollen Schmerzensgeld nach einem Autounfall einfordern und Ihren Anspruch mit anwaltlicher Expertise absichern? Kontaktieren Sie mich, ich kann Ihnen die Korrespondenz mit der gegnerischen Versicherung abnehmen, eventuelle Fallstricke erkennen und alle Ihre Ansprüche geltend machen.


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