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Warnung vor Citylister und Ricardo Günther – teure Abofalle nach Telefonanruf

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Ricardo Günther geht derzeit unter dem Namen Citylister mittels Telefonanrufen auf Kundenfang. Was sich zunächst nach einem interessanten Eintrag im Internet anhören mag, entpuppt sich dann ganz schnell als Abofalle.

Wer sind Citylister und Ricardo Günther?

Ausweislich der Website citylister.de wird als Anschrift die Mühlenstraße 8a, 14167 Berlin angegeben. Dort wird man aber weder Ricardo Günther noch irgendeinen Mitarbeiter von Citylister antreffen. Unter dieser Anschrift befindet sich ein „Virtual Office“. Hier kann man eingehende Post bearbeiten lassen. Abofallenbetreiber bedienen sich sehr gerne solcher Dienstleister, um ihre Identität zu verschleiern.

Was ist citylister.de?

Citylister.de ist einmal mehr eine Website mit einem nutzlosen Firmenverzeichnis. Zwar wirbt man dort wie folgt:

„Citylister.de ist das Businessportal für alle, die mehr aus ihrer Selbstständigkeit machen wollen. Egal ob Hersteller, Dienstleister oder Händler. Citylister.de hilft dir bei der Verbreitung deiner Firmendaten und optimiert deine Auffindbarkeit im Internet, belegt durch zufriedene Kunden in ganz Deutschland.

Wir sind stolz auf eine gute Arbeitsmoral, Integrität und Endergebnisse. Unsere Unternehmensphilosophie besteht darin, die Art von Website zu schaffen, die die meisten Unternehmen wünschen: leicht zu finden, stilvoll und ansprechend, schnell zu laden, mobil ansprechend und einfach zu bezahlen.“

Jedoch sind das alles Phrasen, wie sie bei zahlreichen Websites von Abofallenbetreibern zu finden sind. Am Ende wird ein Eintrag dort voraussichtlich nicht einen Kunden mehr akquirieren.

Die Telefonmasche von Citylister und Ricardo Günther

Citylister und Ricardo Günther bedienen sich der sehr beliebten Anrufmasche. Am Telefon wird mittels Cold Call eine Story vorgegaukelt und versucht, dem Angerufenen entsprechende Antworten abzuringen, um dadurch einen Vertragsschluss zu konstruieren. In den AGB wird das folgendermaßen beschrieben:

 „Die Auftragserteilung des Kunden erfolgt entweder schriftlich, per Eintragung auf citylister.de oder telefonisch. Bei telefonischer Auftragserteilung zeichnet Citylister.de diese nach Einwilligung des Kunden auf, um neben den Vertragsbestandteilen auch sämtliche Vereinbarungen und Nebenabreden des Kunden mit citylister.de zu sichern und zu protokollieren. Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen besteht für den Kunden nach Vertragsabschluss mit citylister.de kein Rücktritts- oder Widerrufsrecht.“

Rechnungen von Citylister und Ricardo Günther

Unmittelbar nach dem Anruf folgt eine Rechnung von Ricardo Günther. Die meisten Opfer von Citylister merken erst zu diesem Zeitpunkt, dass sie einer Masche aufgesessen sind. Und die Rechnungen haben es in sich. Je nach Fall variieren die Rechnungen. Es handelt sich aber stets um Rechnungen von über 600 €. Viel Geld für eine quasi nicht existente Gegenleistung. Zudem ist die Laufzeit zu beachten, hierzu heißt es in den AGB:

 „Die Mindestlaufzeit des Nutzungsvertrages beträgt entsprechend der vertraglichen Vereinbarung 12, 24 oder 36 Monate, soweit nicht vertraglich eine abweichende Vertragslaufzeit vereinbart wurde. Die Vertragslaufzeit beginnt mit dem Vertragsabschluss. Der Nutzungsvertrag verlängert sich automatisch um jeweils weitere 12 Monate, wenn er nicht mindestens 3 Monate vor Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit schriftlich gekündigt wird.

Mahnung von Citylister.de

Wird die Rechnung nicht gezahlt, erfolgt eine umgehende Mahunung. Die erste Mahnung ist dabei noch recht freundlich gehalten, indem es dort heißt:

Sie haben sicherlich im Rauschen des Alltags vergessen, die beigefügte Rechnung rechtzeitig zu begleichen. Bitte überweisen Sie den offenen Betrag zeitnah auf unser Konto.

Die Erfahrung mit Abofallenbetreibern zeigt jedoch, dass schnell härtere Geschütze wie Inkasso & Co. aufgefahren werden, um weiteren Druck auszuüben.

Abwehr der Forderungen von Citylister und Ricardo Günther

Die Rechnungen sollten nicht ungeprüft gezahlt werden. Es ist immer zu hinterfragen, wie ein solcher Vertrag zustande gekommen ist. Hier gibt es dann meist einige Anhaltspunkte, um sich von dem Vertrag zu lösen. Wir haben in den letzten Jahren unzählige Mandanten von solchen Forderungen befreien können. Gerne beraten wir Sie hierzu bundesweit. Aktuelle Informationen halten wir auch auf unserer Website bereit:

http://www.ll-ip.com/aktuelles/citylister-ricardo-guenther


Rechtstipp vom 19.10.2018
Aktualisiert am 06.11.2018
aus der Themenwelt Werbung und dem Rechtsgebiet Allgemeines Vertragsrecht

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