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AG Bochum verhängt Bewährungsstrafe gegen Fußballfan

Das Schöffengericht am Amtsgericht Bochum hat gegen einen 24-jährigen Fußballfan aus Bochum eine Freiheitsstrafe von einem Jahr ausgesetzt zur Bewährung verhängt. Als Bewährungsauflage muss er zudem 100 Sozialstunden ableisten.

Dem Angeklagten, einem Mitglied der Ultraszene, wurden mehrere Straftaten zur Last gelegt. Im Umfeld eines Heimspieles gegen Union Berlin soll er einen Gästefan gegen ein Gitter der JVA geschubst haben, so dass dieser am Kopf eine Platzwunde erlitt. Beim Spiel gegen Düsseldorf soll der Angeklagte dem Vorwurf zufolge in einer Gruppe mit 50 Ultras zum Stadion gegangen sein. Dabei störte er massiv den Autoverkehr und bedrohte und beleidigte die anwesenden Polizeibeamten. Der dritte Anklagevorwurf bezieht sich auf einen Vorfall im Vereinsheim der Ultras. Bei einem Polizeieinsatz wegen Ruhestörung soll der Angeklagte versucht haben, eine Einsatzkraft mit einer Gürtelschnalle zu schlagen. Außerdem beleidigte er die Polizei.

Ein Geständnis liegt bisher nicht vor. In der Hauptverhandlung erschien der einschlägig vorbestrafte Angeklagte nicht. Anstatt gegen ihn einen Haft- oder Vorführbefehl zu erlassen machte das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft nach § 408s StPO davon Gebrauch einen Strafbefehl zu erlassen.

Das Gericht hat nach § 407 StPO die im Strafbefehl höchstmögliche Strafe verhängt.

§ 408a

(1) Ist das Hauptverfahren bereits eröffnet, so kann im Verfahren vor dem Strafrichter und dem Schöffengericht die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehlsantrag stellen, wenn die Voraussetzungen des § 407 Abs. 1 Satz 1 und 2 vorliegen und wenn der Durchführung einer Hauptverhandlung das Ausbleiben oder die Abwesenheit des Angeklagten oder ein anderer wichtiger Grund entgegensteht. In der Hauptverhandlung kann der Staatsanwalt den Antrag mündlich stellen; der wesentliche Inhalt des Strafbefehlsantrages ist in das Sitzungsprotokoll aufzunehmen. § 407 Abs. 1 Satz 4, § 408 finden keine Anwendung.

(2) Der Richter hat dem Antrag zu entsprechen, wenn die Voraussetzungen des § 408 Abs. 3 Satz 1 vorliegen. Andernfalls lehnt er den Antrag durch unanfechtbaren Beschluß ab und setzt das Hauptverfahren fort.


Rechtstipp vom 16.10.2015
aus der Themenwelt Strafverfahren und dem Rechtsgebiet Strafrecht

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