Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Anspruch auf Ausgleich für Urlaub vererbbar

Rechtstipp vom 06.12.2018
(1)
Rechtstipp vom 06.12.2018
(1)

Das Problem:

Wie die Bezeichnung schon sagt, ist der Urlaubsanspruch ein Anspruch und damit ein Recht. Grundsätzlich gilt, dass ein Erbe in alle Rechte und Pflichten des Erblassers eintritt. So bestimmt es § 1922 BGB.

Für einen Anspruch auf Urlaub gibt es im Deutschen Recht aber eine anderweitige Regelung. Der Urlaubsanspruch gegen den Chef geht demnach ersatzlos unter. Er muss daher noch nicht einmal einen Ausgleich für den nicht genommenen Urlaub zahlen.

Diese Entscheidung des Gesetzgebers lässt sich vielleicht so begründen, dass auch der Arbeitgeber ein Interesse daran hat, dass seine Leute sich im Urlaub entspannen können. Nur so kann die Leistungsfähigkeit auf Dauer aufrecht erhalten bleiben. Aus diesem Grund darf ein Arbeitnehmer während seines Urlaubs auch nicht woanders schaffen gehen. Schließlich bezahlt der Arbeitgeber ja auch während des Urlaubs. Also soll er auch was davon haben.

Das Urteil:

In einer Entscheidung hat der Europäische Gerichtshof aber festgestellt, dass ein Anspruch auf Ausgleich für nicht genommenen Jahresurlaub auf die Erben des Arbeitnehmers übergeht. Dies aufgrund einer europäischen Regelung, die unmittelbare Wirkung in der gesamten Union hat. Hier bricht das europäische Recht also deutsches Recht.

Ein Tipp:

Vergessen Sie den Urlaubsanspruch nicht. Vor allem in Tarifverträgen werden oftmals kurze Fristen für die Geltendmachung von Ansprüchen vereinbart. In einer Situation, in der man als Erbe meist anderes im Kopf hat, dürfte dies nur allzu oft dazu führen, dass diese Ansprüche nicht geltend gemacht werden.


Rechtstipp aus der Themenwelt Urlaubsanspruch und den Rechtsgebieten Arbeitsrecht, Erbrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors