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Arzneimittelkauf online: Neues Logo für Online-Apotheken

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Arzneimittelkauf online: Neues Logo für Online-Apotheken
Der Onlinekauf von Medikamenten soll nach dem Willen der EU-Kommission sicherer werden.

Medikamentenfälschungen können lebensbedrohlich sein. Deshalb bringt die EU-Kommission eine Verordnung auf den Weg, die für Verbraucher den Arzneimittelkauf noch sicherer machen soll. Zwar sind die Arzneimittel in Apotheken zu über 99 Prozent sicher, so die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Allerdings bietet das Internet mit dem Arzneimittelverkauf online ein Einfallstor, das sich Medikamentenfälscher zunutze machen. Dem soll nun mit einem neuen Logo für Online-Apotheken ein Riegel vorgeschoben werden.

Gefahren durch Medikamentenfälschungen

Bei der Fälschung von Medikamenten schrecken die Täter vor nichts zurück. Die gefälschten Präparate werden mit Talkum, Nickel, Borsäure, bleihaltiger Straßenfarbe und Schuhputzmittel versetzt. Manchmal wird sogar Arsen verwendet, um eine fiebersenkende Wirkung vorzutäuschen. Wurden vormals vermehrt Potenzpillen, Mittel für Doping und Schlankheitskuren gefälscht, so sind die Medikamentenfälscher inzwischen dazu übergegangen, sogar lebenswichtige Arzneimittel zu fälschen – mit fatalen Folgen.

Sicherheitsprüfung in der Apotheke

Hierzulande ist der Medikamentenhandel zu über 99 Prozent kontrolliert, zumindest wenn die Arzneien in der Apotheke verkauft werden. Inzwischen sind auf europäischer Ebene mehrere Sicherheitssysteme installiert, die eine Nachvollziehbarkeit der Herkunft von der Produktion bis zum Vertrieb ermöglichen. Eine entsprechende Richtlinie der EU soll bis 2017 flächendeckend umgesetzt werden, denn die Fälschungen sind an der Verpackung kaum von echten Präparaten zu unterscheiden.

Sicherheitslücke Internethandel

Kritischer stellt sich die Situation allerdings beim Onlinehandel von Medikamenten dar. Denn hier war bisher noch keine lückenlose Überwachung der Produktions- und Vertriebswege gegeben. Im Jahr 2012 wurde von der EAASM (European Alliance for Access to Safe Medicines) ein Projekt gestartet, bei dem eine scheinbar seriös wirkende deutsche Internetapotheke betrieben wurde. Die Verbraucher legten eine erschreckende Sorglosigkeit beim Onlinekauf der Arzneimittel an den Tag. Obwohl im Impressum ausdrücklich von Betrug die Rede war, wurden darüber Medikamente erworben.

Logo für Online-Apotheken

Mit einer EU-Verordnung (2011/62/EU) will die EU-Kommission nun die Sicherheit beim Einkauf im Internet verbessern. Mit einem neuen Logo für Internetapotheken soll für den Verbraucher leichter erkennbar sein, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt. Das grünliche Logo, das mit den jeweiligen Farben des Mitgliedstaates kombiniert ist, soll über einen Link zu einer Liste aller zugelassenen Netzapotheken schnelle Information bieten. Die Verordnung tritt in den nächsten sechs Wochen in Kraft. Ab der zweiten Jahreshälfte 2015 soll jede zugelassene Internetapotheke mit dem neuen Sicherheitslogo ausgestattet sein.

(WEL)

Foto : ©Fotolia.com/Gina Sanders


Rechtstipp vom 26.06.2014
aus den Rechtsgebieten Internationales Recht, Medizinrecht

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