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Ausweitung des Umgangsrechts bei fehlender Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit der Eltern?

Rechtstipp vom 11.04.2018
(6)
Rechtstipp vom 11.04.2018
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Das OLG Koblenz hat in seinem Beschluss vom 21.12.2017 – 13 UF 676/17 – klargestellt, dass nicht nur die Anordnung des sogenannten paritätischen Wechselmodells beim Umgang getrennt lebender oder geschiedener Eltern mit dem gemeinsamen Kind ausscheidet, sondern auch ein stark erweiterter Umgang, weil diese Art von Umgängen zwischen den Eltern eine regelmäßige Abstimmung über die die Kinder betreffende Alltagsfragen und Alltagsbelange erfordert, wozu die Eltern aufgrund der fehlenden Kooperation-und Kommunikationsfähigkeit aber nicht in der Lage sind.

1. Fehlende Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit der Eltern

Das entscheidende Kriterium des Gerichts, dem Vater, der einen weitergehenden Umgang mit seinen beiden Söhnen wünschte, dies zu versagen, war, dass die Eltern nicht miteinander kooperieren und kommunizieren konnten. Das Gericht stellte darauf ab, dass bei einem dermaßen ausgedehnten Umgang die Eltern vielfältige Absprachen die Kinder betreffend miteinander treffen müssen, dies aber derzeit zwischen den Eltern noch nicht einmal ansatzweise möglich ist. Bereits jetzt laufe die elterliche Kommunikation über die Kinder, wodurch sich die Kinder überfordert fühlten. Wären die Eltern jedoch aufgrund des ausgedehnten Umgangs gezwungen, noch mehr Absprachen zu treffen, läge die Gefahr nahe, dass die Kinder in einem noch größeren Umfang als Nachrichtenübermittler belastet werden würden, als sie es ohnehin schon sind. Darin sah das Gericht aber nicht die Aufgabe der Kinder.

2. Geäußerter Kindeswille steht nicht entgegen

Im vorliegenden Falle hatten sich beide Kinder zwar dafür ausgesprochen, in etwa gleich viel Zeit bei Mutter und Vater zu verbringen. Allerdings hatte sich das Gericht dann dennoch zum Schutze der Kinder dafür ausgesprochen, die Umgangszeiten nicht auszuweiten, weil das Gericht eine Überforderung der Kinder sah. Das Gericht schätzte die Situation auch so ein, dass die Kinder sowohl die Konsequenzen ihrer Überforderung selbst noch nicht ausreichend überblicken und abschätzen können, als auch die Folgen eines ausgeweiteten Umgangs mit einem Elternteil.

In Fragen des Umgangsrechts stehe ich Ihnen als kompetente Ansprechpartnerin zur Verfügung. Bitte nehmen Sie per E-Mail oder telefonisch Kontakt mit mir auf. In einem Besprechungstermin können wir das weitere Vorgehen in Ihrem Fall persönlich miteinander abstimmen.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

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