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Beendigung des gemeinsamen Sorgerechts bei Konflikten in der Elternbeziehung

Rechtstipp vom 31.07.2015
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Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm (Beschluss vom 23. Juli 2013, Aktenzeichen 2 UF 39/13) kann die Beendigung der gemeinsamen elterlichen Sorge nicht damit begründet werden, Konfliktpotenzial aus der Elternbeziehung zu nehmen und die Position eines Elternteils durch Übertragung der Alleinsorge zu festigen.

Der Senat hatte in zweiter Instanz über den Fall getrenntlebender und geschiedener Eheleute mit zwei gemeinsamen minderjährigen Kindern, die seit der Trennung bei der Kindesmutter lebten, zu entscheiden. Die Kindesmutter hatte zunächst in I. Instanz vor dem Amtsgericht – Familiengericht – Marl die Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge aufgrund von ihr angeführter Kommunikationsprobleme auf der Elternebene beantragt. In erster Instanz hatte das Amtsgericht der Kindesmutter antragsgemäß die alleinige elterliche Sorge übertragen. Diese Entscheidung änderte das Oberlandesgericht dahin gehend ab, dass der Antrag der Kindesmutter zurückgewiesen wurde und es damit bei dem gemeinsamen Sorgerecht verblieb.

Nach der Auffassung des Senats rechtfertigen Kommunikationsprobleme der Eltern nicht den Ausschluss des Kindesvaters von der elterlichen Sorge. Der Kindesmutter sei vielmehr zuzumuten, weiterhin im Interesse des Kindeswohls mit dem Kindesvater zu kooperieren, denn Vereinbarungen zwischen den Kindeseltern über sorgerechtsrelevante, wichtige Belange seien trotz gestörter Kommunikation in dem vorliegenden Fall möglich.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

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