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Gefährliches Radfahren

Rechtstipp vom 20.02.2019
Rechtstipp vom 20.02.2019

Problemstellung: Auch der Hund bedarf der Aufmerksamkeit des Halters, eine Hand wird für die Hundeleine gebraucht.

Wie wirkt sich diese Konstellation bei einem Schadensfall aus?

Das LG Münster (Urt. vom 16.12.2015, Az. 01 S 56/15) hatte über den folgenden Fall zu entscheiden. Der Radfahrer war mit seinen zwei Hunden unterwegs, als ein freilaufender Hund eines Fußgängers auf ihn zugesprungen und es zum Unfall kam. Der Radfahrer verlangt Schmerzensgeld.

Das Gericht geht bei dem Schmerzensgeld von einer Mitschuld des Fahrradfahrers in Höhe von 3/4 aus.

Der Kläger müsse sich eine äußerst gefährliche Fahrweise mit zwei Hunden an der Leine und der Leine in der rechten Hand zurechnen lassen. Es sah darin ein besonders risikoerhöhendes Verhalten, was sich auch in den gesetzlichen Bestimmungen spiegele: § 28 Abs. 1 S. 3 und 4 StVO verbietet im Interesse der Verkehrssicherheit grundsätzlich das Führen von Fahrzeugen, wenn Tiere dabei sind. Ausgenommen von dieser Regel seien nur größere (folgsame) Hunde hinter Fahrrädern.

Fahrradfahrer mit Hund im Sinne der StVO müssten aber sicherstellen, dass die Beherrschung des Fahrrades durch das Tier nicht beeinträchtigt wird. Das sei im Falle des Fahrradfahrers aber eindeutig nicht so gewesen. So hätte er im Falle eines Rechtsabbiegens beispielsweise keine Richtungsanzeige abgeben können. Ein Linksabbiegen hätte zur Richtungsanzeige ein freihändiges Fahren erfordert – rechts hielt der Mann ja seine beiden Hunde an der Leine. 

Tipp

Um Risiken für Fahrradfahrer mit Hunden zu reduzieren, sollte man an das Fahrrad eine spezielle Hundehalterung anbauen, mit der eine Hundeleine gefedert und am Fahrrad befestigt werden kann und die es dem Radler erlaubt, beide Hände zum Führen des Fahrrades zu nutzen.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Verkehrsrecht

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