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Inter Globe Investment – BaFin greift ein

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Gegenüber der Inter Globe Investment S.á.r.l., London, Großbritannien, hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nach einer eigenen Mitteilung der Behörde die sofortige Einstellung einer unerlaubt erbrachten Anlagevermittlung, Anlageberatung und Finanzportfolio sowie auch das unerlaubte Betreiben eines Einlagengeschäftes angeordnet.

Die Inter Globe Investment wendet sich telefonisch an deutsche Anleger und empfiehlt diesen einen außerbörslichen Erwerb von Aktien, die an der Börse notiert werden, wobei Unterlagen mit dem Geschäftslogo der entsprechenden Aktiengesellschaft verwendet werden, so die BaFin.

Diese Unterlagen werden dann deutschen Anlegern zur Verfügung gestellt und diese sollen die Unterlagen dann unterzeichnen und an die Inter Globe Investment zurückübermitteln.

Außerdem hat das Unternehmen auf seiner Homepage nach Angaben der BaFin eine Anlageberatung angeboten, ein Portfoliomanagement sowie die Eröffnung eines Depots bzw. eines Kontos.

Nach Auffassung der BaFin erbringt die Inter Globe Investment damit gewerbsmäßig

  • eine Anlagevermittlung nach § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1 Kreditwesengesetz (KWG),
  • eine Anlageberatung nach § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1a KWG,
  • eine Finanzportfolioverwaltung nach § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 3 KWG sowie
  • ein Einlagengeschäft nach § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG.

Wer eine Anlagevermittlung, eine Anlageberatung erbringt oder eine Finanzportfolioverwaltung bzw. ein Einlagengeschäft betreibt, benötigt dafür eine Erlaubnis der BaFin. Über eine derartige Erlaubnis der Behörde verfügt die Inter Globe Investment jedoch nicht.

Die Verfügung der BaFin ist noch nicht bestandskräftig.

Möglichkeiten für Anleger der Inter Globe Investment

Anleger, die Zahlungen an die Inter Globe Investment, insbesondere für den Erwerb von Aktien, geleistet haben, sollten einem im Kapitalanlagerecht versierten Anwalt mit einer Prüfung beauftragen, welche Möglichkeiten für sie bestehen, das eingezahlte Kapital wieder zurück zu erhalten.

Soweit nach Meinung der BaFin von der Inter Globe Investment eine Anlageberatung oder eine Anlagevermittlung oder eine Finanzportfolioverwaltung bzw. ein Einlagengeschäft betrieben wird und dafür keine Erlaubnis besteht, könne sich für Anleger Schadensersatzansprüche wegen des unerlaubten Betreibers derartiger Finanzdienstleistungen durchsetzen lassen.

Für den Fall des unerlaubten Betreibens derartiger Finanzdienstleistungen kann nach der Rechtsprechung sowohl die Gesellschaft selbst als auch deren Verantwortliche gemäß § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 32 Abs. 1 KWG auf Schadensersatz haften.

Über die Durchsetzung eines derartigen Schadensersatzanspruchs kann unter Umständen das eingezahlte Kapital, etwa wenn erworbene Aktien nicht veräußert werden, unter Umständen wieder realisiert werden.

Die Kanzlei Engelhard, Busch & Partner berät und unterstützt Anleger, die Anlagen bei der Inter Globe Investment abgeschlossen haben.

Stand: 25.03.2020


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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