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LG Krefeld: VW muss Schadensersatz für Wertverlust zahlen

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VW wurde nun zum ersten Mal von einem Landgericht zur Zahlung von Schadensersatz für den Wertverlust des Dieselautos eines Kunden verurteilt. Dieses Urteil (Az.: 2 O 313/17) dürfte zahlreichen VW-Kunden, die vom Abgasskandal betroffen sind, noch Hoffnung machen. Denn bis Ende dieses Jahres haben Sie noch die Möglichkeit, VW auf Schadensersatz für den Wertverlust an Ihrem Dieselfahrzeug zu verklagen. Und zwar auch noch dann, wenn das Auto bereits weiterverkauft wurde – wie im vorliegenden Fall.

Ca. 9.700 € Schadensersatz zzgl. Zinsen muss VW zahlen

Zum ersten Mal sprach ein deutsches Gericht einem VW-Kunden Schadensersatz für den Wertverlust seines Dieselfahrzeugs zu. Das Landgericht Krefeld verurteilte VW zur Zahlung von rund 9.700 Euro zzgl. Zinsen an den Käufer eines VW Tiguan. Vor zwölf Jahren hatte dieser den Wagen zu einem Neupreis von 35.500 Euro erworben. Nach einer Laufleistung von 132.166 km verkaufte er das Fahrzeug für rund 7000 Euro.

Die Berechnung der Schadensersatzhöhe legte das Gericht wie folgt fest: Vom Neupreis wurden der Wiederverkaufspreis und ca. 18.800 Euro für die Nutzung des Fahrzeugs abgezogen. Der Kunde soll nun die Differenz plus Zinsen von VW bekommen.

Volkswagen will gegen das Urteil Berufung einlegen. Keine Überraschung: Denn bisher hat VW mit den Geschädigten stets Vergleiche abgeschlossen, um ein Gerichtsurteil zugunsten eines VW-Kunden und die Schaffung eines Präzedenzfalls zu verhindern. Vor allem dann, wenn ein Fall vor einem OLG oder gar dem BGH verhandelt werden sollte, wurde das Verfahren kurz vor Verhandlungsbeginn zurückgenommen.

LG Krefeld: Verhalten von VW sittenwidrig

Das Landgericht Krefeld kam zu dem Schluss, dass Volkswagen vorsätzlich gehandelt habe. Der Konzern habe nicht nur die „Abgasvorschriften außer Acht gelassen und massenhafte, erhebliche Umweltverschmutzung herbeigeführt, sondern mit der Abschaltvorrichtung ein System zur planmäßigen Verschleierung dieses Vorgehens gegenüber den Aufsichtsbehörden und den Verbrauchern geschaffen, um der Beklagten (VW) einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.“

Die Richter warfen VW bewusste Täuschung und sittenwidriges Verhalten vor: „Die daraus zu entnehmende Gesinnung, aus Unfähigkeit oder Gewinnstreben massenhaft Käufer (...) zu täuschen, die Wettbewerber zu benachteiligen und die Umwelt zu schädigen (...), lässt das Verhalten insgesamt als sittenwidrig erscheinen.“ Dabei sei auch egal, ob die Vorstände die Software-Manipulation veranlasst oder davon gewusst hätten. Als Vorstand müssten sie sich das Verhalten ihrer Angestellten zurechnen lassen.

Laut dem Gerichtsurteil seien es diese sittenwidrigen Handlungen, welche die Käufer getäuscht hätten. Zurecht gingen die Kunden nämlich davon aus, dass „der Hersteller nicht systematisch und planmäßig manipulierte Ware konstruiert und produziert.“ Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass der Besitzer des Tiguan auf Kosten von VW ein Software-Update durchgeführt habe.

In manchen Fällen sind Klagen noch bis Ende 2019 möglich

Sind auch Sie vom Abgasskandal betroffen, haben aber noch keine Ansprüche geltend gemacht? Dann sollten Sie nicht mehr länger warten. Nutzen Sie die kostenlose Erstberatung bei der Anwaltskanzlei Lenné und lassen Sie prüfen, ob in Ihrem Fall noch Ansprüche gegenüber VW geltend gemacht werden können.


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