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Morgen, Kinder, gibt es einen Geschenkgutschein

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Morgen, Kinder, gibt es einen Geschenkgutschein
Gutscheine sind eine einfache Geschenkidee – aber auch hier lauern Tücken.

Gerade jetzt zu Weihnachten sind Geschenkgutscheine ein beliebtes Geschenk. Als Schenker muss man sich nur wenig bis keine Gedanken um das „Was“ der Geschenke machen. Diese Wahl soll und kann dann der Beschenkte selbst treffen. Dabei ist jedoch eine ganz Menge zu beachten, damit das Geschenk Spaß macht und keinen Verdruss bringt, denn selbst Gutscheine haben ihre Tücken.

Geltungsdauer von Gutscheinen

Grundsätzlich ist es so, dass die Händler den Gutschein befristen können, d. h., dass der Gutschein innerhalb einer bestimmten Frist eingelöst werden muss. Aber für die Befristung von Gutscheinen gibt es keine rechtlichen Regelungen und daher auch oftmals Streit über die Gültigkeitsdauer. So entschied das Oberlandesgericht München in einem aktuellen Fall, dass die Befristung eines Gutscheins auf die Dauer eines Jahres zu wenig ist und verlängerte die Frist auf drei Jahre (OLG München, Urteil v. 17.01.2008, Az.: 29 U 3193/07). Enthält der Gutschein keine Befristung, so gilt nach allgemeiner Ansicht eine Frist von drei Jahren, die mit dem Ende des Jahres beginnt, in dem der Gutschein ausgestellt wurde.

Abgelaufene Gutscheine

Nicht jeder Gutschein, dessen Frist abgelaufen ist, ist auch wertlos. Der Aussteller des Gutscheins kann sich natürlich weigern, den Gutschein einzulösen. Allerdings hat dann der Gutscheininhaber das Recht, sich das Geld auszahlen zu lassen, denn der Gutscheinaussteller hat vom Schenker des Gutscheins bereits das Geld erhalten. Weigert er sich, das Geld auszuzahlen ist er nach § 812 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ungerechtfertigt bereichert. Allerdings darf der Aussteller bei der Auszahlung des Geldes einen gewissen Teil als Entschädigung einbehalten. Dieser Betrag darf zwischen 10 % und 20 % liegen.

Rechtliche Bindung durch namentliche Nennung?

Selbst wenn der Gutschein erkennbar einer bestimmten Person, z. B. durch Eintragung ihres Namens, geschenkt wurde, kann jede andere Person diesen Gutschein einlösen. Ein Gutschein ist wie Bargeld und somit kann jeder, der ihn hat, damit einkaufen gehen. Denn die Nennung des Namens des Beschenkten geschieht bei Geschenkgutscheinen nur, um die persönliche Beziehung zwischen beiden Parteien zu verdeutlichen, und nicht, um zu erklären, dass nur der Genannte den Gutschein auch einlösen darf (AG Northeim, Urteil v. 26.08.1988, Az.: 3 C 460/88).

(WEI)

Foto : ©iStockphoto.com/Sashkinw

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