Nach Widerruf Ihrer Bestellung bei Smilodox 10 € weniger zurückerhalten? Wir helfen Ihnen, Ihre Ansprüche durchzusetzen!

  • 2 Minuten Lesezeit

Wenn Sie diesen Beitrag lesen, ist Ihnen der Online-Shop von Smilodox wahrscheinlich ein Begriff.

Worum geht es?

In mehreren uns bekannten Fällen behielt Smilodox nach Widerruf und Rücksendung der bis zu 10,00 € des Kaufpreises ein. Innerhalb der Retoure-Informationen wird von Smilodox jedoch angekündigt, nur einen Betrag von 5,00 € für die Rücksendung vom Kaufvertrag abzuziehen.

Ist die Einbehaltung von bis zu 10,00 € in Ordnung?

Nein, in den meisten Fällen wird dies nicht in Ordnung sein.

Bei einem Widerruf hat der Käufer – als Verbraucher – grundsätzlich die unmittelbaren Kosten der Rücksendung zu tragen, § 357 Abs. 5 S. 1 BGB. So steht es auch in den AGB des Unternehmens. Die Rücksendekosten werden von Smilodox jedoch im Rahmen des Retoure-Prozesses mit 5,00 € beziffert. Daher ist anzunehmen, dass sich das Unternehmen im Sinne des § 357 Abs. 5 S. 2 BGB bereit erklärte, die darüber hinaus entstehenden Kosten zu tragen. Mithin wären die Kosten der Rücksendung der Ware jedenfalls auf 5,00 € begrenzt.

Schon aus diesem Grund ist die Einbehaltung von etwa 10,00 € nach unserer Rechtsauffassung nicht zulässig.

Darf Smilodox überhaupt etwas einbehalten?

Kunden werden unserer Ansicht nach nicht ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht im Sinne von § 357 Abs. 5 S. 1 BGB informiert. Ein Hinweis zum Widerrufsrecht erfolgt nicht vor Abschluss des Bestellprozesses im Sinne von Art. 246a § 4 Abs. 1 EGBGB. Damit ist nach unserer Auffassung die Widerrufsbelehrung nicht Bestandteil des Vertrags geworden. Mithin ist auch der Hinweis, dass ein Kunde die Kosten der Rücksendung zu tragen hätte, nicht Bestandteil des Vertrages geworden.

Zudem entspricht der Bestellprozess des Unternehmens, jedenfalls bei Bezahlung per PayPal, nicht den Anforderungen des § 312j Abs. 3 S. 2 BGB (so auch LG Hildesheim, Urteil vom 7. März 2023, Az. 6 O 156/22). Smilodox verwendet hierfür keinen der Regelung des § 312j Abs. 3 S. 2 BGB entsprechenden Bestell-Button.

Folglich ist nach § 312j Abs. 4 BGB schon kein Vertrag zustande gekommen. Ein Widerruf wäre in diesen Fällen nicht erforderlich.

Nach alledem wäre Smilodox unserer Ansicht nach nicht berechtigt gewesen, überhaupt etwas einzubehalten.

Handlungsempfehlung:

  • Fordern Sie Smilodox zur Rückzahlung des restlichen Betrages auf.
  • Setzen Sie eine Frist von 10 Tagen.
  • Sollte Smilodox nicht innerhalb der Frist reagieren, wenden Sie sich gerne an uns. Die entstehenden Rechtsanwaltskosten müsste Smilodox dann aus Verzug nach § 286 BGB tragen.

Kontaktieren Sie uns:

Wir prüfen Ihren individuellen Fall und bieten Ihnen schnelle und kompetente Unterstützung bei Problemen mit Ihrer Online-Bestellung bei Smilodox.

Foto(s): Andre Bischoff

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