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Neuer Visumstyp für internationale Arbeitnehmerentsendung nach Kolumbien

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Die Entsendung ausländischer Arbeitskräfte nach Kolumbien hat eine neue visumsrechtliche Grundlage. Im Gegensatz zur bisherigen Rechtslage gibt es fortan einen speziellen Visumstypen für aus dem Ausland nach Kolumbien entsandte Arbeitnehmer (so genanntes visa de visitante para transferencia intracorporativa de personal, siehe Art. 10 Nr. 14 Resolution 6045 / 2017).

Diese versteckte Regelung stellt prinzipiell eine Erleichterung dar für multinationale Unternehmen, die eine Niederlassung in Kolumbien haben. Denn im Gegensatz zu früher ist jetzt nicht mehr erforderlich, dass der nach Kolumbien entsandte Arbeitnehmer einen lokalen Arbeitsvertrag mit der kolumbianischen Niederlassung abschließt, sondern er kann auf Grundlage seines ausländischen Arbeitsvertrags in Kolumbien arbeiten.

Bislang waren die ausländischen Unternehmen vor die Wahl gestellt, den Arbeitnehmer lokal in Kolumbien anzustellen und ein Arbeitsvisum (TP-4 Visum) zu beantragen oder auf das so genannte TP-13 Visum für spezialisierte technische Unterstützung (visa TP-13 para asistencia técnica especializada) auszuweichen. Das Problem beim TP-13 Visum lag aber in seiner beschränkten zeitlichen Gültigkeit (6 Monate).

Das neue visa de visitante para transferencia intracorporativa de personal kann hingegen für einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren ausgestellt werden. Parallel hat das kolumbianische Außenministerium das TP-13 Visum abgeschafft, welches somit ab Inkrafttreten der Resolution 6045 / 2017 am 15. Dezember 2017 bei Visumsanträgen keine Rolle mehr spielt.

Natürlich geht mit der prinzipiellen Erleichterung von Mitarbeiterentsendungen nach Kolumbien eine gewisse Gefährdung des kolumbianischen Arbeitsmarktes einher. Daher hat das Außenministerium in Art. 10 Paragraph 1 die Erteilung dieses neuen Visumstypen unter den Vorbehalt gestellt, dass konkrete zwischenstaatliche Vereinbarungen bestehen über die Einreise oder zeitlich beschränkte Anwesenheit von geschäftlich tätigen Personen aus dem jeweiligen ausländischen Staat.

Bei diesen Vereinbarungen lässt sich etwa an bestimmte Klauseln aus den Freihandelsverträgen denken. Die Visumspraxis des kolumbianischen Außenministeriums wird noch zeigen, welche Staaten und welche Abkommen insoweit als ausreichend angesehen werden. Jedenfalls empfiehlt es sich, bei der Beantragung eines Mitarbeiter-Entsendungsvisums gleich im Visumsantrag mit den einschlägigen Vorschriften zu argumentieren und diese konkret zu bezeichnen.

Letzten Endes liegt die Erteilung eines Visums im Ermessen des kolumbianischen Staates bzw. des zuständigen Sachbearbeiters. Daher kann eine gute Argumentation im Visumsantrag den Ausschlag geben.


Rechtstipp vom 04.12.2017

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