Schaden durch gefälschte Stromrechnungen - DEW / Stadtenergie

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Nicht nur Fehler, sondern Manipulationen und Rechtsverstöße haben zu einem Millionenschaden durch gefälschte Stromabrechnungen geführt. Das Dortmunder Unternehmen „Stadtenergie“ tritt im Kampf um wechselwillige Kunden als Billigtochter der etablierten „Dortmunder Energie und Wasserversorgung“ auf. Schon seit Jahren gibt es immer wieder Zweifel an der Zulässigkeit offensichtlich überhöhter Rechnungen. Die DEW21 hat nun die Notbremse gezogen und ein spezialisiertes  Untersuchungsunternehmen angeheuert, um die Abrechnungsunregelmäßigkeiten des Tochterunternehmens aufzudecken. Der nun vorliegende Bericht spricht von einem Massenschaden, denn allein im laufenden Jahr sollen 74 Millionen Euro zu viel abgerechnet worden sein. Diesen Schaden muss das Mutterunternehmen letzten Endes tragen, ebenso wie für nachweislich überhöhte Rechnungen aus den Vorjahren.

In der laufenden Bilanz muss die DEW schon 46  Millionen Euro als Rücklage vorhalten – der hohe Gewinn, den die Stadtwerke 2023 einfahren konnten, dürften den Schlag wohl abfedern. Aber ob die bereitgestellten Summen ausreichen, alle Forderungen und vor allem auch eventuelle Kosten der Rechtsstreitigkeiten zu stemmen, bleibt abzuwarten.

Wie die Kunden zu einer Rückerstattung der zu viel gezahlten Rechnungsbeträge kommen, ist derzeit noch unklar. Juristisch besteht wohl eine Erstattungspflicht, wenn der Betrug so klar auf der Hand liegt: Rechtsanwalt Fritsch: „Ob aber die angebotenen Ausgleichszahlungen am Ende dem echten Schaden entsprechen, kann so einfach nicht festgestellt oder geprüft werden. 30.000 Kunden haben Anspruch auf Entschädigungen aus Forderungen, die seit 2022 gestellt wurden.“

Ob die Angebote passen oder zugunsten der Unternehmensbilanz wieder nach unten optimiert werden, ist nun die große Frage. Rechtsanwalt Fritsch: „Betroffene Kunden sollten gestellte Rechnungen genau prüfen oder prüfen lassen und dann den Rechnungen bzw. den darin enthaltenen Forderungen gegenüber dem Anbieter schriftlich widersprechen.“

Die Hamburger Kanzlei Hafencity steht als Ansprechpartner gern zur Verfügung.


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