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Sturmgefahr: Spezielle Sicherung von Fahrzeuganhängern

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Sturmgefahr: Spezielle Sicherung von Fahrzeuganhängern
Am Straßenrand abgestellte Anhänger müssen bei drohendem Sturm ausreichend gesichert werden.

In einem aktuellen Fall hat das Landgericht Stuttgart ein Urteil zur Sicherung von Fahrzeuganhängern bei einer bekannten Sturmgefahr gefällt. Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist demnach für solche Schäden ersatzpflichtig, die durch einen bei ihr versicherten Anhänger entstehen, welcher durch einen Sturm gegen ein fremdes Auto gedrückt wird.

Der Eigentümers des beschädigten Auto klagte gegen den Entleiher des Anhängers und gegen die Kfz-Haftpflichtversicherung, bei der der Anhänger versichert war, auf Ersatz der durch den Anhänger verursachten Schäden an seinem Auto. Dem Entleiher war bekannt, dass ein Sturm angekündigt war, weshalb er sowohl das Bugrad als auch die Heckstützen des Anhängers hochgestellt hatte. Trotzdem stürzte der Anhänger um und verursachte Schäden am Auto des Klägers. Die Richter des Landgerichts waren der Meinung, dass die Versicherung des Anhängers den entstandenen Schaden ersetzen müsse, da der Entleiher zum einen den Anhänger beim Abstellen am Straßenrand in Gebrauch hatte und zum anderen seine Verkehrssicherungspflichten im Sinne des § 823 BGB verletzt habe. Denn ein Hochstellen des Bugrads und der Heckstützen stellt keine ausreichende Sicherung dar. Der Entleiher hätte wenigstens den Anhänger mit seinem Auto verbinden oder ihn in eine Garage bringen müssen. In einem solchen Fall muss nach §§ 3 PflVG, 823 BGB i. V. m. der Haftpflichtversicherung des Anhängers die Versicherung des Anhängers den entstandenen Schaden regulieren.

(LG Stuttgart, Urteil v. 19.11.2008, Az.: 4 S 255/07)

(WEI)

Foto : ©iStockphoto.com


Rechtstipp vom 31.08.2010
aus der Themenwelt Versicherungen und dem Rechtsgebiet Verkehrsrecht

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