Verbraucherrecht: Der Kampf gegen Unterschank auf dem Oktoberfest

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Verbraucherrechtlich ist der Unterschank auf Volksfesten ein Problem.

Das Münchner Oktoberfest ist untrennbar mit Bier verbunden. Die Maß Bier ist nichts für Pfennigfuchser, denn sie kostet dieses Jahr auf der Wiesn im Schnitt 14,50 Euro. Dafür erhält der Besucher dann auch einen Liter frisch gezapftes Bier - besser gesagt – sollte er erhalten. Denn das Problem mit dem Einschenken der richtigen Menge ist wahrscheinlich fast so alt wie das Oktoberfest selbst. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass es seit 1899 einen Verein gibt, der sich gegen das betrügerische Einschenken einsetzt.

Dem Verein geht die Arbeit sicher nicht aus. Letztes Jahr waren auf dem Oktoberfest wohl mindestens 30 Prozent der Maßkrüge zu schlecht eingeschenkt. Das ergaben über 800 Stichproben des Münchner Kreisverwaltungs-Referats. Fachleute sprechen hierbei vom Unterschank.

Doch wann genau ist von Unterschank die Rede? Der Maßkrug muss mindestens bis 1,5 cm unter dem Eichstrich mit Bier gefüllt sein. Der Eichstrich zeigt die Füllmenge eines Liters an. Viele Füllmengen der Proben bewegten sich im Graubereich, also in dem Bereich zwischen Eichstrich und 1,5 cm darunter. Lediglich gut vierzehn Prozent der Stichproben waren gut eingeschenkt und umfassten wirklich den Liter Bier.

Daher gilt für Verbraucher: Augen auf beim Maßkauf. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Maß schlecht eingeschenkt ist, haben Sie das keinesfalls zu tolerieren. Sie haben die Möglichkeit, den Krug zu reklamieren und zu verlangen, dass der Schankkellner diesen auffüllt. Bei einem diesjährigen Preis von 12,60 Euro bis 14,90 Euro pro Maß ist es sicher nicht zu viel verlangt, dass man auch den vorgegebenen Liter erhält.


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Stichworte: Verbraucherrecht, Verbraucherschutz, Unterschank, Eichstrich

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