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Welcher Anteil eines „Oder-Kontos“ fällt in den Nachlass?

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Die folgenden Hinweise sind unverbindlich, d. h. keine Rechtsberatung im Einzelfall. Es wird keine Gewähr für Richtigkeit und/oder Vollständigkeit übernommen.

1. Und-Konto/Oder-Konto

Häufig unterhalten Ehegatten oder Lebensgefährten ein gemeinsames Konto, sei es ein gemeinsames Sparbuch oder ein gemeinsames Girokonto. Ein derartiges gemeinsames Konto kann als sogenanntes „Und-Konto“ oder „Oder-Konto“ ausgestaltet sein. Bei einem „Und-Konto“ können nur beide Kontoinhaber gemeinsam über das Konto verfügen. Bei einem „Oder-Konto“ kann jeder Kontoinhaber alleine über das Konto verfügen.

Verstirbt einer der Kontoinhaber, stellt sich beim „Oder-Konto“ die Frage, welcher Anteil am Konto in den Nachlass fällt. Der gesamte Kontostand oder nur 50 % davon?

2. Das „Oder-Konto“ im Nachlass

Sofern der überlebende Berechtigte der Alleinerbe ist und es weder Vermächtnisse, noch Pflichtteilsansprüche zu erfüllen gilt, stellt sich die Frage nicht, welcher Anteil von dem Konto in den Nachlass fällt, weil in diesem Falle dem überlebenden Berechtigten als Alleinerben ohnehin der gesamte Nachlass des Verstorbenen gehört.

Anders ist es, wenn der überlebende Berechtigte nicht alleine geerbt hat und/oder ein Vermächtnis/Pflichtteilsanspruch zu erfüllen ist, weil dann weitere Dritte Ansprüche am Nachlass haben.

Haben die Kontoberechtigten zu ihren Lebzeiten gegenüber der Bank geklärt, in welchem Verhältnis das Kontoguthaben zwischen ihnen aufzuteilen ist, so gilt diese Vereinbarung. Dies ist wohl aber selten der Fall.

Hat der Erblasser auf dieses gemeinsame Konto eingezahlt und mit seiner Einzahlung gegenüber dem überlebenden Berechtigten eine Schenkung gemacht, so steht ausschließlich dem überlebenden Berechtigten das gesamte Guthaben zu.

In allen anderen Fällen steht das Guthaben des „Oder-Kontos“ im gemeinsamen hälftigen Miteigentum der Kontoinhaber. Es gehört also zu 50 % dem verstorbenen Kontoberechtigten und zu 50 % dem überlebenden Kontoberechtigten. Folglich fallen 50 % des Guthabens in den Nachlass.

Die obigen Ausführungen gelten natürlich auch insoweit, als am Todestag dieses Konto kein Guthaben ausweist, sondern überzogen ist. Entsprechend fällt dann der entsprechende Schuldenstand in den Nachlass und verringert diesen.

In erbrechtlichen Angelegenheiten stehe ich Ihnen als kompetente Ansprechpartnerin zur Verfügung. Bitte nehmen Sie per E-Mail oder telefonisch Kontakt mit mir auf. In einem Besprechungstermin können wir das weitere Vorgehen in Ihrem Fall persönlich miteinander abstimmen.


Rechtstipp vom 01.10.2018
aus der Themenwelt Erbe und Nachlass regeln und dem Rechtsgebiet Erbrecht

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