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Affe als Selfie-Fotograf: Der Streit hat ein Ende

aus dem Rechtsgebiet Recht rund ums Tier
Affe als Selfie-Fotograf: Der Streit hat ein Ende
anwalt.de kurios - skurrile Ereignisse zum Thema Recht

Ein Affen-Selfie? Ja, das hat es schon gegeben. Der behaarte Fotograf war „Naruto“, ein Schopfmakake, dessen breit grinsendes Konterfei um die Welt ging. Doch wer hätte geahnt, dass das Ergebnis jede Menge Zoff vor Gericht sein würde?

Es hatte als eine Art Experiment begonnen: Der britische Wildtierfotograf David Slater befand sich vor sechs Jahren auf Foto-Tour im indonesischen Regenwald. Ihm fiel schließlich auf, dass sich einer der dort lebenden Affen für seine Kamera interessierte.

Wenig später kam ihm eine verhängnisvolle Idee. Er platzierte seinen Fotoapparat auf einem Stativ und wartete ab. Der Schopfmakake „Naruto“ betätigte tatsächlich kurz darauf den Auslöser – und hatte damit die Fotos aufgenommen, die Slater fast in den Ruin treiben sollten.

Urheberrechtsklage im Auftrag eines Affen

Der Ärger begann schließlich, als die niedlichen Aufnahmen von „Naruto“ vor drei Jahren auf Wikipedia veröffentlicht wurden. Der Foto-Profi sah das gar nicht gerne und verlangte, dass man die Bilder entfernte. Die Online-Enzyklopädie weigerte sich jedoch. Die Argumentation: Slater besitze keine Urheberrechte an den Bildern. Schließlich habe er sie nicht selbst aufgenommen.

Tierschützer: Affe besitzt Bildrechte, nicht der Fotograf

Als Nächstes wurde es noch bunter: Slater bekam Post von der US-amerikanischen Tierschutzorganisation PETA. Der Grund: Er habe die Fotos von „Naruto“ auf einer Online-Fotoplattform unrechtmäßig vermarktet.

Man verlangte eine Entschädigung – für den Affen. Denn die Tierschützer waren der Meinung, dass „Naruto“ die Fotos aufgenommen hatte und somit die Rechte an ihnen besitzt, nicht Slater.

Arm wegen Affen-Selfie

Was von vorn bis hinten absurd klingt, führte schließlich zu einem jahrelangen Rechtsstreit zwischen PETA und dem Tierfotografen. PETA erlitt zuerst Schiffbruch vor Gericht, hatte allerdings Blut geleckt.

Und wie es in den USA vorkommen kann, ging die Sache ordentlich ins Geld. So gab Slater im Juli 2016 gegenüber dem „Guardian“ an, dass er mit dem Gedanken spiele, seinen Beruf als Tierfotograf an den Nagel zu hängen, und dass ihm das Geld für den Heimflug vom letzten Gerichtstermin nach Hause fehle.

Das Affentheater hat nun ein Ende

Nun dürfte der tierliebende Foto-Profi allerdings entspannt aufatmen. Medienberichten zufolge haben sich PETA und Slater außergerichtlich geeinigt. Und nicht ohne Grund, munkelt man. So mancher war der Meinung, dass die Tierschutzorganisation eine weitere Niederlage hatte kommen sehen.

Fotograf muss 25 Prozent seiner zukünftigen Einnahmen spenden

Einen Haken gibt es allerdings für Slater: 25 Prozent seiner Einnahmen aus der berühmten Bildserie muss er nun spenden, und zwar an gemeinnützige Organisationen, die sich mit dem Schutz des Lebensraums von „Naruto“ und seinen Artgenossen befassen.

Die bisherigen Einnahmen darf der Fotograf immerhin behalten. Wie viel davon tatsächlich übrig geblieben ist, wollte er jedoch nicht verraten. Des Affen, äh, Pudels Kern, ob ein Affe tatsächlich das Recht am eigenen Bild haben kann, blieb allerdings immer noch ungeklärt.

Sie finden diesen kuriosen Fall interessant – oder vielleicht auch affig? Dann lassen Sie es uns wissen! Schauen Sie doch einfach auf unserer offiziellen Facebook-Seite vorbei und diskutieren Sie mit!

(JSC)

Foto : ©anwalt.de/;-)


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