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Ausgleichsleistung bei nicht rechtzeitiger Unterrichtung über die Annullierung des Flugs

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In der Praxis erfahren die Fluggäste oft erst am Flughafen von der Annullierung ihres Fluges. Die Airlines weigern sich einen Ausgleich für die Annullierung seines Fluges zu gewähren und berufen sich darauf, dass es in der Verantwortlichkeit der Reiseagentur liegt, die Flugreisenden über Änderungen ihrer Buchung vor Reisebeginn zu informieren.

Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) hat mit Urteil vom 11.05.2017 in der Rechtssache C-302/16, entschieden, dass die ausführende Fluggesellschaft dem Flugreisenden auch dann eine Ausgleichsleistung zahlen muss, wenn die Fluggesellschaft den Reisevermittler, über den der Flugreisende seinen Flug gebucht hat, mindestens zwei Wochen vor dem planmäßigen Abflug über die Annullierung des Flugs unterrichtet hat und der Fluggast vom Reisevermittler nicht innerhalb dieser Frist unterrichtet worden ist. 

Der EuGH hat die Anforderungen an die Erfüllung der Unterrichtungspflicht im Fall der Annullierung des Fluges geprüft und klargestellt, dass die ausführende Fluggesellschaft verantwortlich ist und den Flugreisenden rechtzeitig über die Annullierung unterrichten muss. Die ausführende Fluggesellschaft muss beweisen, ob und wann der Flugreisende über die Annullierung des Fluges unterrichtet wurde.

Die gilt nicht nur für den unmittelbar zwischen dem Flugreisenden und der Fluggesellschaft abgeschlossenen Beförderungsvertrag, sondern auch für Verträge, die der Flugreisende über einen Reisevermittler, Reiseveranstalter oder eine Website abgeschlossen hat.

Erfährt also der Flugreisende erst am Flughafen von der Annullierung seines Fluges oder wurde er nicht mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit über die Annullierung seines Fluges unterrichtet, steht ihm die Zahlung einer Ausgleichsleistung zu.


Rechtstipp vom 16.05.2017
aus der Themenwelt Flugausfall und Flugstornierung und dem Rechtsgebiet Reiserecht

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