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Beim Geschäftsfreunde beschenken an die Steuer denken

Beim Geschäftsfreunde beschenken an die Steuer denken
Der Schenkende kann die Steuer des Beschenkten übernehmen, damit sie das Geschenk nicht vergiftet.

So gut wie jeder freut sich über Geschenke. Das gilt auch im Geschäftsleben. Wer sich an ein paar Regeln hält, kann die Geschenkkosten als Betriebsausgabe verbuchen. Mehr als 35 Euro jährlich pro Geschäftspartner sollten es dann aber nicht sein. Sonst entfällt die Abzugsmöglichkeit. Vorsicht ist zudem bei Übernahme der normalerweise beim Beschenkten fürs Geschenk fällig werdenden Steuer geboten. Bei den 35 Euro ist das „Steuergeschenk“ nämlich mit einzuberechnen.

Steuerübernahme statt vergifteter Geschenke

Für das Finanzamt sind Geschenke keine Gratisangelegenheit, sondern steuerpflichtiges Einkommen. Dass der Beschenkte am Ende für das Geschenk Steuern zahlen muss, kommt allerdings meist weniger gut an. Und der Geschäftsbeziehung, die das Geschenk gerade verbessern soll, tut es auch selten gut. Daher ist in solchen Fällen gerne von einem vergifteten Geschenk die Rede. Um das zu verhindern, kann der Schenkende die Steuer der von ihm beschenkten Personen sozusagen übernehmen. Statt die Steuer für jedes Geschenk und jeden Beschenkten einzeln und aufwendig zu ermitteln, kann der Schenkende die Zuwendungen eines Jahres mit einer pauschalen Einkommensteuer von 30 Prozent versteuern. Erforderlich ist dafür eine Mitteilung ans Finanzamt. Dabei sollte man allerdings den Wert des Geschenks im Auge behalten. Grund ist ein neues Urteil des Bundesfinanzhofs (Urteil vom 30.3.2017, Az.: IV R 13/14).

Nicht mehr als 35 Euro pro Jahr inkl. Steuergeschenk

Das Steuergeschenk muss der Schenkende danach bei der für solche Geschenke geltenden Freigrenze berücksichtigen. Diese liegt bei 35 Euro pro Jahr und beschenkter Person. Die Ausgestaltung als Freigrenze bedeutet: Wird der Betrag nur um einen Cent überschritten, entfällt die Möglichkeit zum Betriebskostenabzug. Für den Schenkenden ist das ärgerlich. Er kann die Aufwendungen für die Geschenke nicht gewinnmindernd verbuchen und damit von der Steuer absetzen.

Der Wert des Geschenks umfasst dabei allgemein die Anschaffungs- und Herstellungskosten des Geschenks. Teil der 35 Euro sind zudem weitere Ausgaben wie für den Versand an den Beschenkten oder die Gestaltung, z. B. den Aufdruck des Firmenlogos. Last but not least ist auch die Umsatzsteuer zu berücksichtigen, sofern dafür keine Abzugsmöglichkeit besteht.

Nur betrieblich veranlasste Sachgeschenke

Entscheidend sind neben dem Wert außerdem folgende Voraussetzungen, damit die steuerliche Begünstigung von Geschenken greift:

  • Es muss sich um ein Sachgeschenk handeln. Geldgeschenke sind somit außen vor.
  • Das Geschenk muss betrieblich veranlasst sein. Es muss sozusagen begleitend zu einer konkreten geschäftlichen Beziehung erfolgen. Privat veranlasste Geschenke profitieren dagegen nicht von der Regelung. Sie zahlt der Schenkende aus eigener Tasche.
  • Der Empfänger muss außerdem in Deutschland steuerpflichtig sein. Denn die Regelung betrifft die Steuererhebung im Inland. Relevant ist das besonders, wenn die beschenkte Person im Ausland steuerpflichtig ist.

Fazit: Unternehmen können betrieblich veranlasste Sachgeschenke an Geschäftsfreunde als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Mehr als 35 Euro pro Jahr und Beschenktem dürfen es aber nicht sein. Eine für den Beschenkten auf das Geschenk fällig werdende Steuer kann der Schenkende übernehmen – muss sie aber bei der 35-Euro-Grenze mitberücksichtigen.

(GUE)

Foto : ©Fotolia.com/Robert Kneschke


Rechtstipp vom 19.06.2017
Aktualisiert am 21.06.2017
aus dem Rechtsgebiet Steuerrecht

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