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Betriebliche Weihnachtsfeier: Müssen Arbeitnehmer teilnehmen?

Rechtstipp vom 27.11.2015
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Betriebliche Weihnachtsfeier: Müssen Arbeitnehmer teilnehmen?
Strikte Trennung von Arbeit und Privatleben oder regelmäßiges Feiern mit den Kollegen – beides ist möglich.

Egal, ob es nur Glühwein und Plätzchen gibt oder ein großangelegtes Event geplant ist – für viele Beschäftigte ist die Weihnachtsfeier das Highlight des Arbeitsjahres. Andere halten sie für eine lästige Pflichtveranstaltung in der ohnehin schon hektischen Vorweihnachtszeit. Aber besteht überhaupt eine Pflicht für Arbeitnehmer, an einer Betriebsweihnachtsfeier teilzunehmen?

Keine Überstunden für die Weihnachtsfeier

Findet eine von der Unternehmensleitung organisierte Weihnachtfeier nach Feierabend statt, besteht grundsätzlich keine Teilnahmepflicht. Wie Arbeitnehmer ihre Freizeit gestalten, bliebt schließlich ihnen überlassen. Der Chef hat außerhalb der arbeitsvertraglich vereinbarten Arbeitszeit keinerlei Weisungsrecht.

Wer jetzt an Überstunden denkt, muss wissen, dass diese nur unter besonderen Bedingungen angeordnet werden dürfen, beispielsweise wenn ein wichtiger Auftrag termingerecht erledigt werden muss oder gar der Fortbestand des Betriebes auf dem Spiel steht. Eine Weihnachtsfeier ist aber kein Grund, um Überstunden anzuordnen.

Weihnachtsfeier während der Arbeitszeit

Auch wenn die Weihnachtsfeier im Rahmen der regulären Arbeitszeit abgehalten wird, kann nicht verlangt werden, dass jeder Arbeitnehmer ausgelassen mitfeiert. Insbesondere besteht keine Pflicht zum Konsum von Alkohol, Karaokesingen oder Ähnlichem, was auf manchen Betriebsweihnachtsfeiern so stattfindet.

Selbst wenn gar keine Pflicht zur Anwesenheit bei der Feier bestünde, dürften Weihnachtsfeierverweigerer trotzdem nicht einfach nach Hause gehen. Vielmehr müssten sie dann eben normal bis zum Feierabend weiterarbeiten. Eine vom Arbeitgeber verfügte Freistellung von der Arbeitsleistung, um eine Weihnachtsfeier abhalten zu können, gilt nämlich regelmäßig nur für die Mitarbeiter, die auch tatsächlich daran teilnehmen.

Dass jemand freiwillig lieber weiterschuftet, statt an der betrieblichen Weihnachtsfeier teilzunehmen, dürfte in der Praxis allerdings eher selten vorkommen.

Fazit: Eine Weihnachtsfeier sollte allen Beteiligten Freude machen. Gegen seinen Willen kann niemand zur Teilnahme gezwungen werden. Ob es im Hinblick auf die eigene berufliche Zukunft allerdings clever ist, sich an dieser Stelle auszugrenzen, muss jeder selbst entscheiden.

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Foto : ©Fotolia.com/Alija


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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