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Bewährungsstrafen wegen Inverkehrbringen von Dopingmittel

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Das Amtsgericht München hat mit einem Urteil vom 16.11.2017, Aktenzeichen 1116 Ls 384 Js 103132/16, zwei 29- und 23-jährigen Angeklagten wegen unerlaubtem Inverkehrbringen von Arzneimitteln zu Dopingzwecken zu Bewährungsstrafen von 1 Jahr und 8 Monaten bzw. 8 Monaten verurteilt. Zudem müssen die Angeklagten eine Bewährungsauflage in Höhe von je 5.000 € zur Wiedergutmachung an den Geschädigten zu zahlen.

Im vorliegenden Fall arbeiteten die beiden Schwestern in Apotheken, wo sie auch mit der Herstellung von Medikamenten betraut waren. Unter dem Einfluss ihres Exfreunds begann die ältere der beiden Angeklagten im Frühjahr 2015 auf Rechnung ihres Arbeitgebers mit der Bestellung eines in der Fitness- und Bodybuilding-Szene aufgrund der gleichzeitig muskelaufbauenden und fettreduzierenden Wirkung gefragtes Wachstumshormon. Dies wollte sie an ihren Freund bzw. auch an eine weitere Person aushändigen. Um nicht entdeckt zu werden überredete sie auch ihre jüngere Schwester, dasselbe in den beiden Filialen zu tun, in denen diese arbeitete. Dies setzten beide bis Ende 2015 fort. Der Wert der entwendeten Hormonpräparate belief sich schlussendlich auf 137.317,96 €. In gleicher Weise besorgten die beiden Angeklagten auch Testosteronpräparate im Wert von 2.186,10 €.

Zugunsten der beiden Angeklagten wertete das Gericht die Tatsache, dass die Angeklagten sofort ein umfangreiches Geständnis abgelegt haben, die Taten zutiefst bereuen, berufliche Nachteile und hohe Schadensersatzforderungen deshalb haben. Zudem sind beide Angeklagten bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Das Verfahren gegen den mitangeklagten früheren Freund der älteren Angeklagten wurde abgetrennt.

Das Urteil ist rechtskräftig.


Rechtstipp vom 30.01.2018
aus der Themenwelt Strafrechtliche Ermittlungen und Strafprozess und den Rechtsgebieten Sportrecht, Strafrecht

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