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Deutsche Reise „zahlt“ nur noch einen Bruchteil des Reisewertes aus

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Über die – teils abenteuerlichen – Auszahlungsversprechen der Deutschen Reise habe ich bisher schon in zwei Rechtstipps berichtet. Nun wird es aber sehr abenteuerlich:

Ein Mandant hat über die Deutsche Reise eine Reise gebucht und auch recht zügig eine Rechnung erhalten, in der vorhandene Reisewerte „bis zur Höhe des Reisepreises mit dieser Reise verrechnet“ werden. Soweit so gut. Nach zwei Wochen hat mein Mandant aber ein weiteres Schreiben erhalten, in der die Deutsche Reise „eine Berichtigung der Ihnen gegenüber erteilten Anrechnungsbestätigung vornehmen müsse“. Gemäß der aktuellen AGB zahle die Deutsche Reise nun noch „vereinbarungsgemäß ausschließlich in Höhe der Provisionsberechtigung des Reisebüros gegenüber dem Veranstalter auf die von Ihnen beanspruchte Reiseleistung“.

Auf Deutsch: Die Deutsche Reise zahlt nicht mehr den vollen Preis aus, sondern nur noch den Betrag, den die Deutsche Reise selbst von dem Reiseanbieter als Provision erhalten hat. Im Fall meines Mandanten waren das nur noch 10 % des Reisepreises! Kleines Rechenbeispiel: Wenn man seine Reisewerte in Höhe von 1.000 € ausbezahlt bekommen möchte, müsste man in diesem Fall Reisen in einem Gesamtwert von 10.000 € buchen!

Die Deutsche Reise rechtfertigt die Kürzung mit deren aktuellen AGB (Stand: April 2014). Aus rechtlicher Sicht ist jedoch äußerst fraglich, ob überhaupt jemals AGB Vertragsbestandteil geworden sind, da die meisten meiner Mandanten den ursprünglichen „Reisevertrag“ um das Jahr 2006 telefonisch geschlossen haben. Außerdem war in den ursprünglichen AGB (Stand 2006) keine derartige Regelung, die eine derartige Kürzung rechtfertigen würde, vorgesehen. Eine einseitige Änderung der AGB ist hierbei nicht ohne weiteres möglich.

Falls Sie rechtliche Hilfe benötigen, bin ich Ihnen gerne behilflich.

Rechtsanwalt Alexander Hufschmid


Rechtstipp vom 16.09.2014
aus der Themenwelt Urlaubsreise und dem Rechtsgebiet Reiserecht

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