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Diesel geht kreativ gegen Produktpiraterie vor

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Eine besondere Strategie gegen Produktpiraterie hat sich das bekannte italienische Fashion-Label Diesel einfallen lassen. Rechtzeitig zur aktuellen New Yorker Fashion Week hat das Unternehmen einen Pop-Up-Store in Chinatown eröffnet, in dem es unter der Marke »DEISEL« eine Fake Kollektion zu gegenüber DIESEL erheblich niedrigeren – eben zu Produktpiraterie-typischen – Preisen anbietet.

Das Unternehmen begründet dies damit, dass DIESEL-Gründer Renzo Rosso der grassierenden Marken- und Produktpiraterie mit der der Marke schon seit jeher innewohnenden Ironie entgegentreten und mit der Piraterie spielerisch umgehen will. Mit diesem Schritt und der aufsehenerregenden Rückkehr von Renzo Rosso in das operative Geschäft soll der Marke wieder ihre ursprüngliche Identität zurückgegeben werden.

Ganz so wenig ernst, wie in den Medien kolportiert, scheint das Unternehmen den Wert der eigenen Marken freilich nicht zu nehmen. Immerhin hat die DIESEL S.P.A. pünktlich zum Start der Kampagne Wort-Bildmarke »DEISEL FOR SUCCESSFUL LIVING« beim US-amerikanischen Markenamt (USPTO) für eine Vielzahl von Bekleidungsstücken angemeldet (Serial Number 87779516).

Die Marketingkampagne wird sicher bei Liebhabern der Marke DIESEL gut angenommen werden und es ist davon auszugehen, dass die Kollektion, sofern lediglich in entsprechend geringer Stückzahl produziert, einen sehr großen Liebhaberwert erreichen wird. Das Image der Marke DIESEL dürfte davon profitieren und die »DEISEL«-Kollektion bereits nach kurzer Zeit auf dem Secondhandmarkt Höchstpreise erreichen.

Die Art einer solchen Fake-Kampagne eines Markeninhabers ist dabei jedoch nicht ganz neu. Bereits das südafrikanische T-Shirt-Label LOVE JOZI hat im Rahmen einer aufwendigen Medienkampagne vermeintliche Fake-Produkte in geringer Qualität mit dem Aufdruck »LUV JOZI« hergestellt. Mit dieser Strategie wollte das Label neue Käuferschichten dazugewinnen sowie der Marken- und Produktpiraterie einen Schritt voraus sein und insgesamt auf die Problematik der Knock Offs aufmerksam machen. Die Ware wurde dabei u. a. an typischen Piraterie-Vertriebsorten, wie auf der Straße, an Verkehrsampeln und auf Flohmärkten zum Verkauf angeboten. Ebenso wie bei DIESEL wurde die Aktion erst nach einiger Zeit durch das Unternehmen selber mit einem Video über die Verbindung von Fake- und Original-Anbieter aufgeklärt (siehe https://youtu.be/pNEByJZbONY), was die zuvor bereits große mediale Aufmerksamkeit nochmals verstärkte.

Die hauseigene Fake-Kollektion von DIESEL war bis zum 12. Februar 2018 in dem Pop-Up Store erhältlich. Hiernach soll sie nur vereinzelt in ausgewählten New Yorker Läden und limitiert über den Online-Shop angeboten werden. Dann jedoch zu den regulären DIESEL-Preisen.

Wenn auch Sie Strategien erfahren wollen, wie Sie Ihre Marke gegen Marken- und Produktpiraterie schützen können, sprechen Sie uns an.


Rechtstipp vom 14.02.2018
aus dem Rechtsgebiet Markenrecht | Europäisches Recht

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