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DSGVO-Aufforderung der DAZ Datenschutzauskunft-Zentrale = ABO-Falle: wie verhalten und was tun?!

Rechtstipp vom 02.10.2018
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Rechtstipp vom 02.10.2018
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DSGVO-Aufforderung der DAZ Datenschutzauskunft-Zentrale: Wie sollten Sie sich verhalten und was ist zu tun?!

Bereits gestern berichteten wir über das amtlich anmutende Schreiben der DAZ Datenschutzauskunft-Zentrale:

Die DAZ Datenschutzauskunft-Zentrale, Lehnitzstrasse 11, 16515 Oranienburg versendet derzeit Schreiben per Fax mit der Betreffzeile „Eilige Fax-Mitteilung“ zur „Erfassung Gewerbebetriebe zum Basisdatenschutz nach EU-DSGVO“ an Gewerbetreibende und Unternehmen.

Dieses Schreiben führt meiner Meinung nach in die Irre, da es den Anschein eines offiziellen behördlichen Schreibens erweckt. Nicht nur der Inhalt, sondern auch die Gestaltung des Schreibens lassen nichts Gegenteiliges vermuten: Man scheint eher ein offizielles Behördenschreiben in Händen zu halten als ein de facto vorliegendes Werbeschreiben.

Aber noch nicht genug: Die DAZ führt in ihrem Schreiben aus: „(…) um Ihrer gesetzlichen Pflicht zur Umsetzung des Datenschutzes nachzukommen und die Anforderungen der seit 25.05.2018 geltenden europäischen Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) zu erfüllen, bitten wir, das beigefügte Formular auszufüllen und bei Annahme unterschrieben bis zum (…) an die EU-weite Zentrale Faxstelle: (…) zu senden.“

Es wird damit der Eindruck erzeugt, als habe der Empfänger die Pflicht, das beigefügte Formular zurück zu senden. Die DAZ Datenschutzauskunft-Zentrale ist aber gerade keine offizielle Behörde oder Einrichtung, sondern ein privater Anbieter für Dienstleistungen wie Musterformulare, Checklisten, Datenschutz-Mustertexte etc.

Warum versendet die DAZ also dieses Schreiben?

Wird das Formular unterschrieben zurückgesendet, wird ein Abonnement für drei Jahre zu einem Jahrespreis von 592,62 EUR (498,- EUR netto zzgl. MwSt.) abgeschlossen: Es fallen also innerhalb von drei Jahren Gebühren von insgesamt 1.777,86 EUR an.

Massenhaftes Vorgehen der DAZ – ein unseriöser und unlauterer Serienbrief par excellence! 

Zwischenzeitlich haben uns zahlreiche weitere Schreiben dieser dubiös agierenden Firma erreicht. Voran geschoben sei: Wir raten aufgrund der äußerst fragwürdigen Geschäftsgebaren dieser Firma derzeit ausdrücklich davon ab, dieses Schreiben zu unterzeichnen und zurück zu senden.

Formular unterschrieben – und nun?!

Was aber können Sie nun tun, wenn Sie das Formular der DAZ unterschrieben zurückgesendet haben und wie geht es weiter?!

Die DAZ wird Ihnen kurzfristig nach Erhalt des unterschriebenen Formulars eine Rechnung übersenden, mit welcher das erste Vertragsjahr abrechnet wird.

Hierbei ist aber zu beachten, dass der vermeintlich geschlossene Vertrag eine Laufzeit von drei Jahren hat. Gehen Sie also gegen diese Forderung nicht vor und zahlen Sie den geforderten Betrag, folgen in den kommenden Jahren weitere Rechnungen … innerhalb von drei Jahren wird die DAZ dann insgesamt 1.777,86 EUR von Ihnen fordern.

Es gilt also, spätestens jetzt unverzüglich (= ohne schuldhaftes Zögern, also sofort!) zu reagieren:

Es muss der Forderung widersprochen werden und der Vertrag rechtswirksam angefochten werden. Mit den richtigen juristischen Mitteln ist ein solches Lösen vom Vertrag durchaus möglich. Sollten Sie Unterstützung bei diesen Schritten benötigen, so stehen wir selbstverständlich beratend zur Seite und übernehmen auf Wunsch den gesamten Schriftverkehr mit der DAZ. Nehmen Sie hierzu gerne Kontakt mit uns auf:

https://e-commerce-kanzlei.de/hilfe-anfordern

Auf unserem Blog der e-commerce-Kanzlei.de halten wir Sie bezüglich der weiteren Entwicklungen stetig auf dem Laufenden. Den vollständigen Artikel sowie ständige Aktualisierungen finden Sie ab sofort unter:

https://e-commerce-kanzlei.de/achtung-dsgvo-abo-falle-daz-datenschutzauskunft-zentrale/

Ihr Sebastian Günnewig

Rechtsanwalt und Datenschutzbeauftragter (TÜV)

Stand der Bearbeitung: 02.10.2018


Rechtstipp aus der Themenwelt Rechte durchsetzen und den Rechtsgebieten Forderungseinzug & Inkassorecht, IT-Recht, Wettbewerbsrecht, Wirtschaftsrecht

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