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Facebook löscht Fan-Seite der Stadt München

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Weil Facebook neue, eigene Accounts für Städte einführen will und dafür seine Richtlinien geändert hatte, wurde Münchens Fan-Seite vergangene Woche abrupt gesperrt.

Die neuen Richtlinien sehen es nicht vor, dass Städtenamen als Bezeichnung für die üblichen Seiten genutzt werden, vielmehr sollen separate Accounts neben den Nutzerprofilen für Städte geschaffen werden - deswegen wurde die Seite aus dem Netz genommen.

Zu bemängeln ist der Umstand, dass Facebook ohne jegliche Vorwarnung vorging und die „München"-Betreiber somit vorerst 400.000 Fans verloren haben.

Die aufwendig gestaltete Seite bietet Auskünfte zu Übernachtungsmöglichkeiten, Jobs, Events und Vielem mehr - doch an den alten Nutzern fehlt es erst einmal, sodass man von einem marketingtechnischen Schaden für die Stadt sprechen kann.

Auch die nachträglichen Bemühungen mit der Seite „München" samt der Fans nun zum „Stadtportal München" umzuziehen, können die Verluste bis jetzt nicht wettmachen. Gerade einmal 581 Fans haben den Weg zur Seite wieder gefunden, auch wenn es auf muenchen.de heißt, dass mittlerweile schon mehr ehemalige Nutzer erreicht werden konnten, als angezeigt wird.

Auf Nachfrage der Betreiber soll Facebook auf ihre eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten verwiesen und um Geduld gebeten haben. Ähnliches Verhalten ist aus der Vergangenheit bereits bekannt - immer wieder wurden Seiten gelöscht, die gegen Richtlinien verstießen.

Weder für die Betreiber der Seite noch für die Besucher ist dieses Prozedere besonders erfreulich und stellt darüber hinaus wohl auch einen Vertragsbruch da. Zumindest kann von dem größten Social-Network ein Hinweis auf den Verstoß gegen neue Richtlinien erwartet werden, um den „München"-Betreibern eine geregelte Umstellung zu ermöglichen. Dennoch setzten sich diese gegen das rücksichtslose Vorgehen von Facebook nicht zur Wehr.

Seit Anfang des Jahres findet man bei Facebook zwar Erläuterungen zu den Grundsätzen, die den Seiteninhabern die korrekte Handhabung der Richtlinien erleichtern soll. Nichts desto trotz bleibt es ein Manko, dass der Community-Betreiber auch wegen verhältnismäßig geringer Verstöße ohne Vorwarnung einfach löscht - eine durchaus einschneidende Maßnahme, die bislang nicht auf aktiven Widerstand der Nutzer zu stoßen scheint.


Rechtstipp vom 28.02.2012
aus den Rechtsgebieten IT-Recht, Wirtschaftsrecht, Zivilrecht

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