Gallus Genossenschaftsanteil - was tun - Anwalt rät

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Anleger vertrauen häufig auf das Genossenschaftsmodell und gehen davon aus, dass der Erwerb von Genossenschaftsanteilen eine gesicherte Kapitalanlage darstellt. Dies galt auch für die von uns vertretenen Mandanten, die Genossenschaftsanteile an der oben genannten Gesellschaft gezeichnet haben und anschließend Investitionsbeträge in Form von Nachrangdarlehen an diese Gesellschaft überließen. 

Diese Darlehen sollten dem Erwerb und der Errichtung von Immobilien in Deutschland und in der Schweiz dienen und jährlich verzinst werden. Es flossen auch jährliche Renditen an die Anleger, die nun in den Zahlungen eingestellt werden, aufgrund der angestrebten Liquidation.. Die Liquidation könnte dazu diesen die Rückabwicklung dieser Anlagen zu vermeiden. 

Es bleibt auch fraglich, ob die in den Nachrangdarlehen verwendete Nachrangabrede wirksam ist. Sollte sie unwirksam sein, ist die Gesellschaft verpflichtet, die Kapitalanlagen rückabzuwickeln und die Investitionen an die Anleger zurückzuzahlen, was sich in Beträgen in teilweise sechsstelliger Höhe niederschlagen kann.

Im Jahr 2018 informierte die Gesellschaft die Anleger schriftlich darüber, dass die überlassenen Gelder (in Form von Nachrangdarlehen) in Genossenschaftsanteile umgewandelt werden. Diese Umwandlung erfolgte ohne Beschlussfassung der Gesellschafterversammlung zur Schaffung neuer Gesellschafts- und Genossenschaftsanteile und ohne Abschluss von Verträgen mit den Anlegern, die den Vorgaben des Verbraucherrechts entsprachen.

Unsere Überprüfung ergab, dass die Jahresabschlüsse und deren Beschlussfassung nicht den gesetzlichen Regelungen entsprechen. Daher haben wir die Gesellschaft angeschrieben, um Auskunft über die Jahresabschlüsse 2022 und 2023 zu erhalten und die Rückzahlung der Nachrangdarlehen zu verlangen. Aus unserer Sicht ist die Umwandlung der Nachrangdarlehen in Genossenschaftsanteile unwirksam.

Aktuell werden die Anleger von der Gallus Immobilien Konzepte GmbH darüber informiert, dass die gezahlten Zinsen der vorinsolvenzlichen Durchsetzungssperre unterliegen sollen und im Falle einer Insolvenz zurückgefordert werden könnten. Zudem sollen künftig keine Zinsen mehr ausgezahlt werden.

Dieser Verlauf wirft erhebliche rechtliche Fragen auf und erfordert eine sorgfältige Überprüfung und weitere rechtliche Schritte zum Schutz der Interessen der betroffenen Anleger.

Problem könnte auch sein für die Anleger, dass die Genossenschaft selbst nicht Eigentümer der Immobilien war, für die sie die Gelder der Anleger einsetzte, sondern sich damit an anderen Objektgesellschaften beteiligte, die wiederum Eigentümer der Immobilien waren.

Wir vertreten Anleger, die sowohl ihre Gelder in Genossenschaftsanteile als auch in Nachrangdarlehen investiert haben. Vertrieben wurden die Investmentvermögen der Gallus Immobilien Wohnbau 1 und 2 durch die Kapitalverwaltungsgesellschaft Adrealis Service GmbH (KVG). Der KVG hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Erlaubnis zum Vertrieb widerrufen. Damit konnte die Adrealis ab 08/23 nicht mehr als Kapitalverwaltungsgesellschaft agieren und die Verwaltung geht auf die Verwahrstelle über.

Insbesondere für rechtsschutzversicherte Geschädigte bleibt es empfehlenswert, individuelle Aktivitäten in die richtigen Bahnen zu leiten. Nehmen Sie gern unverbindlich Kontakt mit uns auf und stellen uns Ihre Fragen. Massenabfertigung ist nicht unsere Sache. Wir bieten unserer Mandantschaft einen persönlichen und auf Ihren Fall, sowie Interessen, konzentrierten Service an, der auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung mitumfasst.

Setzen Sie sich bitte gern mit uns in Verbindung:

  • Tel:     0351/ 21 52 025-0
  • Fax:    0351/ 21 52 025-5
  • Mail:   kanzlei@bontschev.de




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