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Grundlagen und Erfolgsaussichten einer Prüfungsanfechtung

  • 3 Minuten Lesezeit

Prüfungen werden abgenommen, um Kenntnisse und Befähigungen des Prüflings zu ermitteln und nachweisen zu können. Hierbei gibt es jedoch vielfältige Fehlerquellen, die das Ergebnis einer Prüfung in Frage stellen können. In solchen Fällen kann in Form einer Prüfungsanfechtung gegen das Ergebnis der Prüfung rechtlich vorgegangen werden. 

Grundlagen einer Prüfungsanfechtung

Bei einer Prüfungsanfechtung geht es um die Aufdeckung von Fehlern, die von der prüfenden Stelle vordergründig entweder beim Prüfungsverfahren oder/und bei der Bewertung der Leistung gemacht wurden.  

Verfahrensfehler

Verfahrensfehler sind Fehler im Ablauf oder in der Ausgestaltung der Prüfung, wie bspw. Lärm während der Prüfung, Befangenheit des Prüfers/der Prüferin, falsche Besetzung des Prüfungsausschusses oder einer Änderung der Prüfungsaufgabe während der Prüfung. Hier ist darauf zu achten, dass der entsprechende Fehler meist möglichst früh gerügt werden muss, da der Prüfling diesbezügliche Mitwirkungspflichten hat. Wird zum Beispiel die Frist zur Ladung einer Prüfung nicht eingehalten, muss der Prüfling dies frühzeitig rügen, damit er sich später auf diesen Verfahrensfehler erfolgreich berufen kann.

Bewertungsfehler

Grundsätzlich steht Prüfern bei der Bewertung einer Prüfungsleistung ein Beurteilungsspielraum zu, d.h. es können prüfereigene Wertungen und Erfahrungen des Prüfers in die Bewertung mit einfließen. Vor Gericht wird diesbezüglich nur überprüft, ob von einem zutreffenden Sachverhalt ausgegangen worden ist, allgemeine Bewertungsmaßstäbe beachtet wurden und die Prüfer sich nicht von sachfremden Erwägungen haben leiten lassen.

Im Gegenzug wird dem Prüfling ein Antwortspielraum zugestanden, d.h. eine Antwort, die fachlich vertretbar und mit gewichtigen Argumenten folgerichtig begründet wird, darf nicht als falsch bewertet werden, auch wenn es nicht die Antwort ist, die von der prüfenden Person erwartet wird.

Ablauf einer Prüfungsanfechtung

Für die Einschätzung, ob ein rechtliches Vorgehen gegen die Prüfungsentscheidung überhaupt sinnvoll ist, wird bei der zuständigen Behörde zunächst ein Antrag auf Akteneinsicht gestellt und die entsprechenden Unterlagen dann hinsichtlich möglicher Verfahrens- und Bewertungsfehler überprüft.

Sollten Sie gegen eine Prüfungsentscheidung vorgehen wollen, muss - je nach vorgeschriebenen Rechtsbehelf - fristgerecht Widerspruch oder Klage gegen den Bescheid über das Prüfungsergebnis eingelegt werden. Dies kann zunächst auch ohne Begründung erfolgen, wenn eine Frist gewahrt werden muss.

Bei einem erfolgreichen Widerspruchsverfahren wird die Prüfungsentscheidung von Seiten der prüfenden Stelle aufgehoben und neu bewertet bzw. die Prüfung kann nochmal abgelegt werden. Wird der Widerspruch gegen das Ergebnis der Prüfung abgelehnt, gibt es die Möglichkeit, vor dem Verwaltungsgericht dagegen zu klagen.

Erfolgsaussichten einer Prüfungsanfechtung

Das Anfechten einer Prüfungsentscheidung lohnt sich insbesondere dann, wenn das Ergebnis der Prüfung für den Prüfling von wesentlicher Bedeutung ist, sei es aufgrund eines endgültigen Nichtbestehens und der hierdurch drohenden Exmatrikulation oder aufgrund der Wichtigkeit einer Abschlussnote für die weitere berufliche Entwicklung. Wenn nachgewiesen werden kann, dass ein Bewertungsfehler vorliegt und der Prüfer/die Prüferin eine Lösung des Prüflings als falsch bewertet hat, obwohl diese vertretbar und/oder richtig ist, dann kann von einem positiven Ausgang des Verfahrens ausgegangen werden. Auch das Vorliegen von Verfahrensfehlern, die auf das Ergebnis der Prüfung Einfluss hatten, kann zu dem gewünschten Ergebnis der Neubewertung oder Wiederholung führen.

Bei Fragen zur Prüfungsanfechtung melden Sie sich gerne bei mir. Sie erreichen mich unter der Telefonnummer 0421-70908850 oder per Email unter info@klein-rechtsanwaeltin.de




Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Öffentliches Recht, Schulrecht, Verwaltungsrecht

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