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MKV Münchener Kapital- & Vermögensverwaltung: Urteil Landgericht Traunstein

MKV Münchener Kapital- & Vermögensverwaltung: Landgericht Traunstein entscheidet zu Gunsten geschädigter Kapitalanleger und verurteilt Treuhänder!

Das Landgericht Traunstein hat den ehemaligen Treuhänder der MKV Münchener Kapital- & Vermögensverwaltung KG zum Schadensersatz verurteilt.

Ein Anwalt ließ sich dazu verleiten, dass er seinen Namen und seinen Briefbogen für die Einwerbung von Investoren hergibt. Es geht um eine Finanzanlage aus dem Bereich des Grauen Kapitalmarkts. Der Anwalt gibt vor, treuhänderisch tätig zu sein und das vom Anbieter versprochenen Sicherheitsnetz zu kontrollieren; im Vertrauen darauf steckten viele Privatleute einen Teil ihrer Ersparnisse in die angepriesene Vermögensanlage. Letztlich stellte sich heraus, dass es die als Absicherung der Zeichnungssumme vorgegebene „Ausfallversicherung“ gar nicht gab.

Die von Rechtsanwältin Charifzadeh vertretene Kleinanlegerin warf dem Treuhänder vor, gegen seine Verpflichtungen aus dem abgeschlossenen Treuhandvertrag verstoßen zu haben. Der Vertrag sah vor, dass der Anwalt nur nach Vorliegen bestimmter Bedingungen die Kundengelder an die Firma MKV weiterleiten durfte. Daran hielt sich der Anwalt nicht, insbesondere prüfte er nicht, ob die vom Anbieter versprochene Ausfallversicherung wirklich vorhanden ist, obwohl er den Anlegern, in dem von ihm unterzeichneten Treuhandvertrag, gerade dies versicherte.

Das Gericht führt in der Urteilsbegründung zur Pflichtverletzung des Treuhänders aus:

„Der Beklagte hätte daher seine Vertragspartner aufklären müssen, dass die beworbene 100 %ige Absicherung ihrer Zeichnungssumme nicht vorlag. Er hätte weiterhin aufgrund des Treuhandverhältnisses niemals die ihm anvertrauten Gelder ohne Aufklärung der Treugeber an die Firma MKV weiterleiten dürfen.“

und weiter:

„Hier kann sich der Beklagte nicht entlasten, weil er diese aufklärungspflichtigen Tatsachen bewusst verschwiegen hat.“

Der Schadensersatzklage von Rechtsanwältin Charifzadeh wurde stattgegeben. Danach muss der Treuhänder Euro 6.551,55 nebst Zinsen an die Anlegerin aus dem Kreis Rosenheim zahlen, sowie außergerichtliche Rechtsverfolgungskosten erstatten. Die Traunsteiner Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.


Rechtstipp vom 04.07.2014
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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