Rolas Finanz AG – Achtung laut BaFin

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Über das Internetportal rolas-finanz.de sollen Anleger u. a. Festgeldanlagen abschließen können.

Auf der Webseite wird dargestellt, dass Rolas Finanz 1983 gegründet worden sei und eine der größten und erfahrensten globalen Private Equity Firmen sei und man ein Team von Investmentexperten zusammengestellt habe, das sich auf Buyouts und Wachstumsinvestitionen konzentriert.

Für Festgeldanlagen werden je nach Anlagesumme Zinsen von 4,75 % bis 6,25 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten angeboten.

Weiterhin wird auf der Homepage beschrieben, dass die Kunden in ihr Vermögen investieren und dafür Werterhalt und konstante Erträge erwarten würden und man sich in der Verantwortungsehen würde, den Kunden echte Mehrwerte zu bieten.

Tatsächlich Warnung vor Rolas Finanz AG von der BaFin 

Allerdings warnt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistung (BaFin) vor Anlagen der Rolas Finanz AG Finanz und Verwaltung mit vermeintlichem Sitz in München, da von der Gesellschaft ohne Genehmigung der Behörde Festgeldkonten und Wertpapierdienstleistungen offeriert würden.

Wenn Anleger Festgeldkonten eröffnen können sollen und eine unbedingte Rückzahlung der eingezahlten Gelder versprochen wird, stellt dies ein Bank- bzw. Einlagengeschäft im Sinne von § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Kreditwesengesetz (KWG) dar. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Investor Kapital in der irrigen Annahme auf ein Konto einzahlt, das nicht auf seinen Namen lautet, sondern auf den Namen der anbietenden Gesellschaft bzw. mit ihr verbundene Personen oder Gesellschaften, da insoweit nicht der Name des Empfängers, sondern die IBAN entscheidend ist.

Bei einem Bank- bzw. Einlagengeschäft muss ein Anbieter aber eine Erlaubnis der BaFin haben, die nicht existiert.

Auch wird auf der Homepage eine Vermögensverwaltung angeboten. Auch dabei handelt es sich um eine Wertpapierdienstleistung gemäß § § 2 Abs. 2 Nr. 9 Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG) als Finanzportfolioverwaltung.

Auch dafür fehlt den Verantwortlichen eine Genehmigung der BaFin.

Sonstige Anhaltspunkte für fehlende Seriosität

Für Anleger sollte es bereits eine ausreichende Warnung sein, dass Rolas Finanz AG für die von ihr angebotenen Anlagen keine Genehmigung der BaFin hat und diese insoweit auch nicht von der BaFin reguliert wird.

Die tatsächlich in der Schweiz existierende Gesellschaft mit den Namen „Rolas AG Finanz und Verwaltung AG“ hat als Geschäftsgegenstand die Finanzierung, Übernahme und Verwaltung von Beteiligungen an andere Unternehmen, Finanzierung und Verwaltung von Liegenschaften sowie ein Handel mit Waren aller Art. Angesichts dieses Geschäftszwecks ist es auch fraglich ob es sich bei dieser „Rolas AG Finanz und Verwaltung AG“ um die hinter der Plattform rolas-finanz.de stehende Gesellschaft handelt und es ist ein Namens- bzw. Identitätsmissbrauch denkbar.

Optionen für Anleger der Rolas Finanz AG

Wenn Anleger Gelder bei Rolas Finanz AG, insbesondere für eine Festgeldanlage, investiert haben und dies ein Bank- bzw. Einlagengeschäft darstellt, besteht die Möglichkeit, dass sich ein Schadensersatzanspruch gemäß § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 32 KWG durchsetzen lässt.

Auch bei einem unerlaubten Betreiben einer Vermögensverwaltung kann sich für einen Anleger ein Schadensersatzanspruch gemäß § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 15 WpIG ergeben.

Anleger, die eine Anlage bei Rolas Finanz AG getätigt und Schwierigkeiten haben, sollten sich zügig an einem im Kapitalanlagerecht versierten Anwalt wenden. Handlungsbedarf haben Anleger nach unserer Ansicht vor allem dann, wenn Kapital oder fällige Zinsen nicht ausgezahlt werden.

Betroffene Anleger können sich gerne an die Kanzlei Engelhard, Busch & Partner wenden, die Anleger zu ihren rechtlichen Möglichkeiten berät und bei der Durchsetzung von Ansprüchen unterstützt.

Wir haben auch in unserem Beitrag „Betrug bei Tages- und Festgeldanlagen“ beschrieben, dass Anleger von zahlreichen Anbietern von Festgeldanlagen betrügerisch geschädigt werden.

Für ein Ersttelefonat, in dem Ansatzpunkte und z. B. Kostenfragen erörtert werden, entstehen auch ohne weitere Tätigkeiten keine Kosten.

Die Kanzlei Engelhard, Busch & Partner verfügt auch seit circa 30 Jahren über ein umfangreiches Know-how und Erfahrungen hinsichtlich der Vertretung von geschädigten Kapitalanlegern.

Stand: 10.07.2024

Kompetenz und Erfahrung seit 30 Jahren im Kapitalanlagerecht, Anlagebetrug 

Oliver Busch erhielt seine Zulassung als Rechtsanwalt 1992. Er ist Mitglied im Verein für Bankrechtskunde und im Rechtsforum-Finanzdienstleistungen e. V..

Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Bank- und Börsenrecht, Kapitalanlagebetrug, Arbeitsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht.

Rechtsanwalt Busch aus München ist Mitherausgeber der Zeitschrift „Anlegerschutzrecht Aktuell“ und er ist als Autor und Referent zu verschiedenen Themen aus dem Kapitalanlagerecht tätig

Foto(s): https://www.kanzlei-ebp.de/wp-content/uploads/2013/11/Farbe-9147.jpg


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