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Schwägerin muss Kois ersetzen

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Schwägerin muss Kois ersetzen
Koikarpfen sind eine Zierde für jeden Gartenteich – und nicht gerade billig.

Ein Urlauber bat seine Schwägerin, sich während seiner Abwesenheit im Winter um seine Koikarpfen zu kümmern. Versehentlich schaltete sie den Eisfreihalter aus. Alle Fische erstickten.

Mit einem Schwarm Koikarpfen musste sich kürzlich das Landgericht (LG) Magdeburg beschäftigen. Ein Mann hatte seine Schwägerin gebeten, während seines Winterurlaubs seine Blumen zu gießen und seine teuren Kois zu füttern. Die Frau tat ihm den Gefallen, erhielt dafür aber kein Geld. Als sie die Blumen goss, betätigte sie aus Versehen die Fernbedienung für den Freihalter des Karpfenteichs und schaltete ihn aus.

Bei den frostigen Temperaturen dauerte es nicht lange, bis der Teich zugefroren war. Unter der geschlossenen Eisdecke erstickten die Fische. Den Schaden in einem Gesamtwert von über 14.000 Euro sollte nun die Schwägerin ersetzen, genauer: ihre Haftpflichtversicherung.

Rechtlich handelte es sich bei der unentgeltlichen Urlaubsvertretung um ein sogenanntes Gefälligkeitsverhältnis. Hier wollte sich der Versicherer auf einen Haftungsausschluss berufen. Der wird bei solchen Gefälligkeitsverhältnissen vor Gericht anerkannt. Schließlich hat der Schadensverursacher aus Gefälligkeit geholfen und die Aufgaben übernommen.

Hier lehnte das Gericht jedoch zulasten der Versicherung einen Haftungsausschluss ab. Denn die Schwägerin hatte gerade für solche Fälle, in denen sie einen Schaden verursacht, eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Daher konnte nach Ansicht der 10. Zivilkammer gerade nicht von einem Haftungsausschluss ausgegangen werden. Der Schaden ist daher über die private Haftpflichtversicherung der Schwägerin zu erstatten.

(LG Magdeburg, Urteil v. 25.07.2012, Az.: 10 o 81/12 - noch nicht rechtskräftig)

(WEL)


Foto : ©Fotolia.com/Lucian Milasan


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