Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Sommer, Sonne: Urlaub?

Rechtstipp vom 24.07.2012
(6)
Rechtstipp vom 24.07.2012
(6)
Sommer, Sonne: Urlaub?
Im Urlaub die Füße hochlegen: Das Bundesurlaubsgesetz gewährt einen gesetzlichen Anspruch darauf.

Jeder hat ihn gern und wer Arbeitnehmer ist, hat in Deutschland sogar einen Anspruch darauf, und zwar nicht zu knapp. Aber wie kommt man dran an den Urlaub? Kann man sich den einfach selbst nehmen?

Urlaub ist eine tolle Sache und sogar gesetzlich verbürgt, zumindest für all diejenigen in der arbeitenden Bevölkerung, die Arbeitnehmer, also Angestellte oder Arbeiter, und nicht selbstständig sind. Denn das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) - ja, ein solches Gesetz gibt es im Land der fleißigen „Häuslebauer" wirklich - regelt, wer wann wie viel Anspruch auf Urlaub hat und wie er den Urlaub bekommt.

Mindesturlaub

In § 3 BUrlG ist geregelt, dass der gesetzliche Mindestanspruch auf Urlaub 24 Werktage beträgt. Dabei ist zu bedenken, dass diese Zahl von einer 6-Tage-Woche ausgeht, denn der Samstag zählt genau genommen auch zu den Werktagen (§ 3 Abs.2 BUrlG). Bricht man diese Zahl auf die gängige 5-Tage-Arbeitswoche herunter, stehen jedem Arbeitnehmer, der 5 Tage pro Woche arbeitet, 20 Tage Erholungsurlaub zu. Wer weniger arbeitet, bei dem reduziert sich dieser Anspruch entsprechend.

Der Urlaub muss also nicht ausdrücklich im Arbeitsvertrag geregelt sein, denn der Mindestanspruch  besteht direkt aus dem Gesetz. Jedem Arbeitgeber steht es aber natürlich frei, im Arbeitsvertrag mehr Urlaub einzuräumen. Ein Blick in den Arbeitsvertrag lohnt sich also, um herauszufinden, wie lange man der Arbeit zur Erholung fern bleiben darf, denn das Gesetz gibt nur ein Minimum vor.

Urlaubszeitpunkt

Gerade in der Urlaubshochsaison - vor allem zu Ferienzeiten - gibt es oft Gerangel um die besten Urlaubszeiten, Überschneidungen lassen sich kaum vermeiden. Damit der Chef nicht riskiert, plötzlich ohne Angestellte da zu stehen, sieht das Gesetz vor, dass der Arbeitgeber dem Urlaubswunsch des Arbeitnehmers entsprechen soll. Er muss dem Wunsch aber nicht entsprechen, wenn betriebliche Gründe oder die Urlaubsplanungen von Kollegen dagegen sprechen. So sagt es § 7 BurlG. In gewisser Weise gilt also per Gesetz, was man schon geahnt hat, wenn am 2. Januar eines Jahres der „Run" auf die Jahresurlaubsplanung beginnt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Das bedeutet aber auch: Das letzte Wort hinsichtlich Zeitpunkt und Umfang des Urlaubs hat immer der Chef. Wer sich selbst „beurlaubt" riskiert danach mehr Freizeit zu haben als geplant, denn solch eine Aktion kann schnell eine Kündigung zur Folge haben.

Arbeit während des Urlaubs?

Wie so häufig antwortet der Jurist auch auf diese Frage gerne mit: Das kommt darauf an. Denn in § 8 BUrlG steht, dass man im Urlaub keine Erwerbstätigkeiten ausüben darf, die dem Urlaubszweck zuwiderlaufen.

Wer also im Urlaub arbeitet und nach dem Urlaub vollkommen erschöpft zur Arbeit erscheint, riskiert dafür abgemahnt zu werden. Kommt so etwas wiederholt vor, kann das sogar eine Kündigung zur Folge haben. An und für sich ein Widerspruch, denn wer vollkommen erschöpft von seinem Mallorca-Trip heimkehrt und sich dann mühsam zur Arbeit schleppt, riskiert so eine Abmahnung - zumindest laut Gesetz - nicht.

(LOE)

Foto : ©Fotolia.com/N-Media-Images


Rechtstipp aus der Themenwelt Urlaubsanspruch und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

Rechtstipps zum Thema