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Unfall: Schmerzensgeld für Jugendliche

Rechtstipp vom 09.03.2012
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Rechtstipp vom 09.03.2012
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Unfall: Schmerzensgeld für Jugendliche
Dauerschäden sind häufig Folgen von Verkehrsunfällen.

Auch wenn ein Autounfall keine knöchernen Verletzungen bewirkt, hat der Geschädigte einen Anspruch auf Schmerzensgeld. Das Alter des Geschädigten ist bei der Bemessung angemessen zu berücksichtigen. Die Klägerin, zum Unfallzeitpunkt 14 Jahre alt, war als Beifahrerin in einen Autounfall verwickelt, bei dem das Auto wegen zu hoher Geschwindigkeit von der Fahrbahn abgekommen war und sich überschlagen hatte. Untersuchungen an der Halswirbelsäule direkt nach dem Unfall ergaben jedoch keine „knöchernen" Verletzungen.

Zunehmende Schmerzen - Schmerzensgeld zu niedrig

Wegen der zunehmenden Schmerzen ließ sich die Jugendliche erneut mehrfach untersuchen. Zwei Jahre nach dem Unfall wurde eine ältere Verletzung der Halswirbel festgestellt, für die eine größere Krafteinwirkung der Grund war. Die Geschädigte war während des Unfalls mit dem Kopf gegen das Dach des Fahrzeugs geprallt.

Die Geschädigte hielt das von der Haftpflichtversicherung des Fahrers bereits gezahlte Schmerzensgeld (1750 Euro) jedoch für zu niedrig. Um die Beschwerden zu lindern, müsse sie sich einer risikoreichen Operation unterziehen. Deswegen verlange sie zusätzlich 23.250 Euro Schmerzensgeld.

Erfolglose Berufung

Das Landgericht (LG) Coburg sprach der Geschädigten 12.000 Euro Schmerzensgeld zu, da es im Gegensatz zur beklagten Versicherung davon überzeugt war, dass die Schmerzen der Klägerin tatsächlich auf den Unfall zurückzuführen waren.

In der Berufung wurde der Geschädigten kein weiteres Schmerzensgeld zugesprochen, das OLG (Oberlandesgericht) Bamberg wies die Berufung zurück. Die vom LG Coburg festgelegte Schmerzensgeldhöhe sei zutreffend, da das jugendliche Alter der Klägerin angemessen berücksichtigt worden sei und andere Gerichte bei derartigen Dauerschäden ähnliche Beträge zusprechen würden.

(OLG Bamberg, Beschluss v. 16.11.2011, Az.: 5 U 158/11))

(LOE)

Foto : ©Fotolia.com/Schepi


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