Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Update: Angestellten-US-Visum H1B: neues Antragsverfahren

(4)

Update: Angestellten-US-Visum H1B – Neuerungen

Am 31. Januar 2019 hat das Department of Homeland Security geplante Änderungen zum Antragsverfahren für die H1B-Visumskategorie bekanntgegeben.

Das H1B-Visum ist ein temporäres Angestelltenvisum. Vergeben werden diese Visa in Wege einer Lotterie, da die Visumszahl begrenzt ist und die eingehenden Antragszahlen diese um ein Vielfaches überschreiten. 

Dies bedeutet, dass ein Visum nicht garantiert ist. Dies gilt also selbst dann, wenn ein Antragsteller alle Qualifikationen hat und auch alle formellen Voraussetzungen für eine Visumserteilung vorliegen (z. B. Arbeitsplatzangebot).

Die Neuerungen im Einzelnen:

Antragsteller mit einem US-Master-Abschluss im Vorteil:

Die neue „umgekehrte Auswahlreihenfolge“ von USCIS gilt für die kommende Anmeldesaison für das Geschäftsjahr 2020. Die zufällige Visumauswahl erfolgte bislang folgendermaßen:

  • Ziehung von 65.000 Anträgen aus einem Pool von Bewerbern mit höheren akademischen Graden, die keine regulären Bachelor-Absolventen sind.
  • Ziehung von 20.000 Anträgen aus einem Pool von Masterstudenten

So wird die aktuelle Auswahl zukünftig funktionieren:

  • Ziehung von 65.000 Anträgen aus einem Pool, der sowohl Inhaber eines regulären Bachelor-Abschlusses als auch Inhaber eines weitergehenden Abschlusses umfasst.
  • Ziehung von 20.000 Anträgen aus einem Pool, in dem die verbleibenden Master-Absolventen enthalten sind.

Die Umkehrung der Auswahlreihenfolge erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Inhaber eines weitergehenden Abschlusses die H1B-Lotterie „gewinnt“, um geschätzte 16 %. Die Wahrscheinlichkeit, dass nur Mitarbeiter mit Bachelor-Abschluss ausgewählt werden, verringert sich.

2. Vorzeitige Bewerberauswahl durch Vorregistrierung

Nach der neuen Vorregistrierungspflicht muss der Arbeitgeber (das Unternehmen), der einen Antrag stellt, den Arbeitnehmer zunächst elektronisch registrieren. 

Die elektronische Registrierung ist schnell und einfach und erfordert nur grundlegende Informationen wie den Namen des Mitarbeiters, die Staatsbürgerschaft, die Passnummer, die Berufsbezeichnung und ob der Mitarbeiter einen US-Master-Abschluss besitzt.

Diese Registrierung ist zeitlich begrenzt. Möglicherweise nur für 14 Tage (das Minimum). Während dieser Zeit können die Arbeitgeber eine falsche Registrierung löschen und erneut einreichen sowie eine Registrierung vor der Einreichung bearbeiten.

USCIS wählt dann aus vorregistrierten Arbeitgebern aus. Dies bedeutet, dass viele bei der Vorauswahl abgelehnt werden und nicht an der Auswahl der H1B-Visalotterie teilnehmen dürfen.

USCIS gibt an, dass der Zweck der Vorregistrierung darin bestehe, die Anzahl der eingehenden H1B-Petitionen zu verringern, nach Duplikaten zu suchen und den H1B-Betrug zu reduzieren. 

Es ginge nicht darum, die Geeignetheit der Antragssteller einzuschränken. Die Aufnahme eines „US-amerikanischen Master-Abschlusses“ im Vorauswahlverfahren weist aber darauf hin, dass USCIS möglicherweise Inhaber eines US-amerikanischen Master-Abschlusses anderen Vorregistrierungen vorziehen könnte.

3. H1B Einreichung wird erschwinglicher durch Vorregistrierung 

Die neue Regelung befasst sich eingehend mit der Kostenanalyse der neu eingeführten Änderungen bei der Bearbeitung von H1B-Visa für Nichteinwanderer. In dem Bericht werden sowohl Einsparungen der Behörden selbst als auch der Arbeitgeber analysiert. 

Kostenersparnis soll sich dadurch einstellen, dass hierdurch das kosten- und zeitaufwändige Foreign-Labor-Certificate-Verfahren (LCR) vermieden wird, wenn der Arbeitnehmer schon im Voraus ausscheidet. 

Das LCR-Verfahren ist eine Vorrangprüfung und Auslotung des US-amerikanischen Arbeitsmarktes deren erfolgreicher Abschluss erst in einem zweiten Schritt den Weg zur Teilnahme an der Lottery freimacht. Diesen Aufwand kann man sich nach der Einführung der Voranmeldung (Pre-Registration) ersparen. 

Bevor der Arbeitgeber intern oder extern jemanden einstellen muss, um das sog. Foreign-Labor-Zertifikatsverfahren zu beantragen und diverse Formulare wie das I-129 – H1B (Fachberuflicher Arbeitnehmer) vorzubereiten, würden sich durch die Vorregistrierung die Kosten für den Versuch verringern.

Ein fehlgeschlagenes Screening vor der Registrierung führt dazu, dass der Arbeitgeber beträchtliche Beträge an Vorbereitungs- und USCIS-Anmeldegebühren einspart.

Darüber hinaus können viele kleine Unternehmen, die nicht über das Budget verfügten, um H1B zu beantragen, aufgrund der hohen Eintrittskosten und des hohen Ausfallrisikos jetzt leichter an der Lotterie teilnehmen.

Bitte wenden Sie sich an uns, wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben.


Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors