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Waldorf Frommer mahnt wegen Filesharing von „Brick Mansions“ ab

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Waldorf Frommer, eine der großen Abmahnkanzleien in Deutschland mit Sitz in München, mahnt derzeit wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen in Zusammenhang mit dem Film „Brick Mansions“ ab. Die Abmahnung erfolgt im Auftrag der Rechteinhaberin Universum Film GmbH.

Die Kanzlei macht sowohl Unterlassungsansprüche als auch Schadensersatz und Ersatz der Rechtsverfolgungsansprüche geltend. Waldorf Frommer unterbreitet dem Empfänger der Abmahnung ein Vergleichsangebot in Höhe von 815 Euro, mit dem „die Auseinandersetzung vollständig beendet wäre“. Andernfalls wird mit der Einleitung gerichtlicher Schritte und daraus möglichen „ungleich höheren Kosten“ gedroht.

Was haben Sie zu beachten?

  • Zahlen Sie nichts!

  • Unterschreiben Sie in keinem Fall die geforderte Unterlassungserklärung!

  • Verwenden Sie keine Muster aus dem Internet für eine modifizierte Unterlassungserklärung!

  • Beachten Sie die gesetzten Fristen und holen sich rechtzeitig fachkundigen Rat!

Rechtlich relevant ist vor allen Dingen die geforderte, mit einer Vertragsstrafe versehene Unterlassungserklärung. Durch diese binden Sie sich über Jahre und Folge ist ein erhebliches Haftungsrisiko für Sie. Dabei ist eine Unterlassungserklärung ist insbesondere dann, wenn der Abgemahnte die Verletzung gar nicht selbst begangen hat, in vielen Fällen überhaupt nicht erforderlich. Denn die Rechtsprechung hat in der jüngeren Vergangenheit tendenziell die Haftung des Anschlussinhabers (sog. Störerhaftung) reduziert:

  • In der Entscheidung „Sommer unseres Lebens“ (Az.: I ZR 121/08) hat der BGH entschieden, dass ein Anschlussinhaber nicht als Störer haftet, wenn er den Anschluss marktüblich gesichert hat.

  • In der Entscheidung „Morpheus“ (Az.: I ZR 74/12) hat der BGH entschieden, dass Eltern grundsätzlich nicht haften, wenn sie ihre Kinder über die Rechtswidrigkeit einer Teilnahme an Internettauschbörsen belehrt und eine Teilnahme daran verboten haben.

  • In der Entscheidung „Bearshare“ (Az.: I ZR 169/12) hat der BGH entschieden, dass der Anschlussinhaber für das Verhalten eines volljährigen Familienangehörigen nicht haftet, wenn er keine Anhaltspunkte dafür hatte, dass dieser den Internetanschluss für illegales Filesharing missbraucht.

Finanziell gesehen besteht die Forderung von Waldorf Frommer regelmäßig aus zwei Bestandteilen. Zum einen wird ein Schadenersatzanspruch in Höhe von 600 € geltend gemacht. Dieser entfällt in den Fällen der bloßen Störerhaftung vollständig. Die geltend gemachten „Rechtsverfolgungskosten“ in Höhe von 215 € sind nur im Fall einer Haftung zu zahlen.


Rechtstipp vom 04.11.2014
aus der Themenwelt Urheberrecht und dem Rechtsgebiet Urheberrecht & Medienrecht

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