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Walton International Group Inc.: Reorganisationsplan verabschiedet

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Am 28. März 2018 fand in Calgary, Kanada, die Gläubigerabstimmung über den Sanierungsplan der im Insolvenzverfahren 1701-05845 vor dem Court of Queen’s Bench of Alberta betroffenen Gesellschaften statt. Nach dem gerichtlich genehmigten Wahlverfahren war zur Annahme des Reorganisationsplanes eine sog. „double majority” erforderlich, d. h. eine Annahme kam nur dann zustande, wenn sowohl die Inhaber von zusammen wenigstens 50 % des Werts einer bereinigten Gesamtanmeldesumme als auch die Mehrheit der tatsächlich abgegebenen Stimmen dafür stimmte (also Mehrheit von Kopf und Summe wie auch beim deutschen Insolvenzplan). 

Der Reorganisationsplan wurde in allen Fällen von der jeweiligen Gläubigerversammlung mit den erforderlichen Mehrheiten ratifiziert. Von dem Reorganisationsplan sind auch deutsche Anleger betroffen.

Der Reorganisationsplan sieht vor, dass die betroffenen Inhaber von bislang unbesicherten Schuldverschreibungen nunmehr ein vertragliches Pfandrecht auf alles bewegliche und immaterielle Vermögen der Gesellschaft erhalten sollen. 133 Untergesellschaften haben für ihre Verschmelzung mit der neugegründeten Rollup Corporation gestimmt, 8 dagegen. Die Rollup Corporation soll als Konsolidierungsinstrument große Teile der Vermögen der bisherigen Untergesellschaften und die bisherigen Belastungen weiter bedienen. 

Sie übernimmt alle Altverbindlichkeiten und reformiert diese durch die Emission neuer Schuldverschreibungen und Aktien. Der Reorganisationsplan sieht weiter vor, dass die Rollup Corporation neue Schuldverschreibungen herausgeben darf, um bestehende Verbindlichkeiten abzulösen. Es ist nur eine Anleihe vorgesehen, wobei verschiedene Untergruppen gebildet werden sollen, um die kategorischen Risikofaktoren detaillierter gewichten zu können. Des Weiteren sollen Altgläubiger auch Aktien an der Rollup Corporation erhalten, ohne dass es zu einer wertmäßigen Reduzierung des Gläubigeranspruchs kommen soll.

Aus den Aufstellungen zu den Wahlergebnissen vom 28. März 2018 ergibt sich, dass die meisten der betroffenen Gesellschaften im Wesentlichen nur einen Vermögenswert – eine laterale Darlehensforderung gegen eine andere Konzerngesellschaft – und eine Verbindlichkeit – eine laterale Darlehensschuld zugunsten einer anderen Konzerngesellschaft – ausweisen. Die vorgeschlagenen Anlagebedingungen der Rollup Corporation wurden vom Gericht genehmigt und erlauben neben einer Umwandlung der Wertpapiere auch deren Rück- bzw. Aufkauf, auch ohne Zustimmung des Inhabers. 

Ungelöst bleibt derzeit die Klage eines Anlegerehepaars aus Sudbury in Ontario, die die Verantwortlichen u. a. persönlich wegen grober Fahrlässigkeit und Untreue in Anspruch nehmen, da Liegenschaftsverkäufe zwischen Untergesellschaften zu überhöhten Werten abgewickelt und so Anleger über den wahren Wert ihrer Kapitalanlage pflichtwidrig getäuscht worden waren. Die Klage war bereits 2017 in Ontario eingereicht worden und benennt die Handelnden namentlich als Beklagten. Die Kläger fordern Schadensersatz nebst der zugesicherten Verzinsung in 6-stelliger Höhe.

Fazit: Anfragen an den passenden Ansprechpartner werden von hier aus unverzüglich weitergeleitet.


Rechtstipp vom 20.04.2018
Aktualisiert am 21.04.2018
aus der Themenwelt Unternehmensinsolvenz und dem Rechtsgebiet Insolvenzrecht | Kanadisches Recht

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