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Wer haftet bei geplatzten Wasserrohren?

Rechtstipp vom 17.01.2013
(20)
Rechtstipp vom 17.01.2013
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Wer haftet bei geplatzten Wasserrohren?
Es kostet viel Zeit und Geld, bis ein Wasserschaden wieder beseitigt ist.

Platzen im Winter Rohre einer Mietwohnung des Versicherungsnehmers, weil der keine Frostvorsorgemaßnahmen durchgeführt hat, kann die Gebäudeversicherung ihre Leistung kürzen.

Die kalte Jahreszeit sorgt häufig nicht nur für laufende Nasen, sondern auch für laufende Rohre. Denn aufgrund der Frosteinwirkung können diese platzen und für einen erheblichen Wasserschaden in der Wohnung sorgen. Daher muss der Mieter bzw. der Eigentümer oder sein Repräsentant Frostvorsorgemaßnahmen durchführen. Ansonsten könnte es passieren, dass die Gebäudeversicherung nicht den vollen Schaden übernehmen will.

Wohnung steht kurzzeitig leer

Nachdem ein Mieter im Winter aus seiner Wohnung gezogen war, stand diese kurzzeitig leer. Obwohl es in dieser Zeit sehr kalt war, stellte die Hausverwaltung die Heizung in den Räumlichkeiten lediglich auf Frostwächterniveau, führte aber keine weiteren Frostvorsorgemaßnahmen wie etwa die Entleerung der Wasserleitung durch. Aufgrund von Frosteinwirkung platzte ein Wasserrohr, was wiederum für einen Wasserschaden in der leer stehenden Wohnung und dem Apartment darunter sorgte. Der Hauseigentümer verlangte nun von seiner Gebäudeversicherung die Übernahme der Kosten für die Beseitigung des Schadens. Die wollte aber ihre Leistung kürzen. Schließlich habe die Hausverwaltung grob fahrlässig den Wasserschaden herbeigeführt. Dieses Verhalten müsse sich der Eigentümer zurechnen lassen.

Versicherer darf Leistung kürzen

Nach Ansicht des Oberlandesgerichts (OLG) Brandenburg durfte die Versicherung ihre Leistung um 80 Prozent kürzen. Schließlich hätte der Eigentümer bzw. die Hausverwaltung den Schaden verhindern können, wenn er bzw. sie Frostvorsorgemaßnahmen durchgeführt hätte. So wäre es bereits ausreichend gewesen, wenn die Leitungen zur Dusche und anderen Sanitäranlagen abgesperrt und entleert worden wären. Es genügt daher nicht, die Heizung lediglich auf Frostwächterniveau zu stellen.

Der Hausverwaltung hätte klar sein müssen, dass mit Frostvorsorgemaßnahmen Wasserschäden und geplatzte Rohre verhindert werden können. Sie hat daher grob fahrlässig gehandelt und so den Versicherungsfall grob schuldhaft herbeigeführt. Dieses Handeln war dem Hauseigentümer auch zuzurechnen, da die Hausverwaltung anstelle des Eigentümers aufgrund Vertrags mit der Betreuung des Hauses beschäftigt war.

(OLG Brandenburg, Urteil v. 09.10.2012, Az.: 11 U 172/11)

(VOI)

Foto : ©iStockphoto.com/Ceneri


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Versicherungsrecht

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