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Zur verweigerten Beförderung eines Koffers

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Sandra Voigt anwalt.de-Redaktion

[image]Tritt ein Reisender seinen Flug nicht an, weil die Fluggesellschaft einen Koffer nicht mitnehmen will, stehen ihm keine Ausgleichsansprüche wegen Nichtbeförderung zu.

Es ist schon ärgerlich genug, wenn der Urlaub wieder vorbei ist und man die Heimreise antreten muss. Häufig macht die Fluggesellschaft aber auch noch wegen des Gepäcks Probleme, sodass man schon vor der Ankunft im Heimatland erneut urlaubsreif wird. Doch nicht immer kann man Ausgleichsansprüche für die Unannehmlichkeiten verlangen.

Familie tritt den Rückflug nicht an

Im konkreten Fall wollte eine Familie ihren Rückflug nach Deutschland antreten. Die Fluggesellschaft verweigerte jedoch die Mitnahme eines weiteren Koffers, den der Vater aufgeben wollte, woraufhin die Familie den gebuchten Flug nicht nahm. Später zogen die Eltern vor Gericht und klagten unter anderem für ihre minderjährigen Kinder Ausgleichsansprüche wegen Nichtbeförderung nach den Art. 4 III, 7 I 1a Fluggastrechteverordnung ein. Schließlich könne verlangt werden, dass die Familie und ihr Gepäck gemeinsam befördert werden.

Keine Ausgleichsansprüche der Kinder

Das Amtsgericht (AG) Geldern war jedoch der Ansicht, dass die Weigerung der Fluggesellschaft, einen Koffers mitzunehmen, nicht zu einer Beförderungsverweigerung der Familie geführt hat. Eine solche Verweigerung ist nur dann zu bejahen, wenn der Fluggast ohne triftigen Grund nicht mitgenommen wurde oder die Beförderungsbedingungen für den Urlauber unzumutbar gewesen sind. So wäre es für die minderjährigen Kinder nicht zumutbar gewesen, ohne ihre Eltern den Flug anzutreten.

Vorliegend hatte aber nur der Vater Probleme wegen des Koffers; die Mutter hätte ohne Probleme mit ihren Kindern nach Deutschland fliegen können. Da somit keine Beförderungsverweigerung vorlag, stand den Kindern auch kein Ausgleichsanspruch zu.

(AG Geldern, Urteil v. 03.08.2011, Az.: 4 C 628/10)

(VOI)

Foto(s): ©iStockphoto.com

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