Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Veröffentlicht von:

Alkohol am Steuer – Die strafrechtlichen Folgen

  • 2 Minuten Lesezeit

Welche Konsequenzen drohen wann und welche Verteidigungsmöglichkeiten bestehen?

Die gesetzliche Regelung

„Wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen“, hat wegen der Gefährlichkeit einer solchen Autofahrt nun mit der ganzen Härte des Gesetzes zu rechnen. Neben einer Geld- oder Freiheitsstrafe müssen Sie mit Sicherheit mit dem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen.

Gleichzeitig füllt sich Ihr Punktekonto in Flensburg um mindestens sieben Punkte. Ist die Trunkenheitsfahrt „noch einmal gut gegangen" und es ist nicht zu einem Unfall gekommen, erfolgt eine Bestrafung alleine schon wegen der abstrakten Gefährlichkeit einer solchen Fahrt. Tritt während der Fahrt eine konkrete Gefährdung für Menschen oder Sachen von größerem Wert hinzu, wird der Fahrer noch nach strengeren Vorschriften bestraft.

Wenn Sie Fahrfehler begehen oder alkoholtypische Ausfallerscheinungen (z.B. starkes Wanken oder Lallen) zeigen, besteht die Gefahr der Strafbarkeit bereits ab 0,3 Promille. Für diese relative Fahruntüchtigkeit (ab 0,3 Promille und alkoholtypische Ausfallerscheinungen) gilt: Je niedriger der Blutalkoholwert ist, desto gewichtigere Beweiszeichen müssen für ein auf Fahrunsicherheit hindeutendes Verhalten vorliegen. Auf das Vorliegen alkoholtypischer Ausfallerscheinung kommt es nicht mehr an, sobald der Blutalkoholwert bei Autofahrern über 1,1 Promille (bzw. 1,7 Promille bei Radfahrern) liegt. Hier wird von Seiten des Gesetzes die absolute Fahruntüchtigkeit ohne Ausfallerscheinung unwiderleglich vermutet (sog. absolute Fahruntüchtigkeit). Auch bei Gewohnheitstrinkern, wird der Nachweis, dass sie über 1,1 Promille „besonders sicher" fahren, nicht zugelassen.

Anwaltliche Verhaltenstipps

Wird Ihnen der Vorwurf einer Trunkenheitsfahrt gemacht, gilt auch hier: Schweigen! Denn gerade Angaben zum Trinkende eröffnen nicht nur den Strafverfolgungsbehörde sondern gerade auch der Fahrerlaubnisbehörde unter Umständen Rückrechnungsmöglichkeiten. Unter Umständen ist es dann nur unter Berücksichtigung dieser Aussage möglich, den Alkoholwert zum allein maßgeblichen Tatzeitpunkt festzustellen. Kommen gar mehrere Personen als Fahrer in Betracht kann bei konsequentem Schweigen ein Tatnachweis womöglich überhaupt nicht geführt werden.

Tim Geißler

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Strafrecht

www.gks-rechtsanwaelte.de 


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Strafrecht, Verkehrsrecht

Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Weitere Rechtstipps von GKS Rechtsanwälte

Ein Verkäufer, der versehentlich ein Auto auf Ebay mit dem Hinweis „Preis 1€“ zum Kauf anbietet, schließt keinen wirksamen Kaufvertrag mit dem bietenden Käufer, wenn es sich offensichtlich um ein ... Weiterlesen
Von einem auf den anderen Tag waren sie in vielen Großstädten zu finden: die E-Scooter. Sie stehen auf Gehwegen, in Parks, an Kreuzungen bereit zum Losfahren. Doch es gibt einiges zu beachten, ... Weiterlesen
Ist das eigene Auto in einen Verkehrsunfall verwickelt, droht anschließend ein nervenaufreibendes Schadenregulierungsverfahren mit einer Versicherung, das oft viel Zeit in Anspruch nimmt. Zudem ... Weiterlesen

Beiträge zum Thema

25.06.2021
Hat man Sie mit zu viel Alkohol am Steuer angetroffen? Wurden Sie bei einer Fahrt unter Drogeneinfluss von der ... Weiterlesen
13.03.2020
Eine Schenkung ist eine unentgeltliche Zuwendung, mit der jemand aus seinem Vermögen eine andere Person bereichert ... Weiterlesen
26.01.2022
Aktuelle Rechtsnews zum Coronavirus Mittwoch , 26. Januar 2022 Der Bundesgerichtshof hat heute im Rechtsstreit ... Weiterlesen