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Arzthaftungsrecht in der Praxis: erneuter Prozesserfolg vor dem Landgericht Stuttgart!

Rechtstipp vom 29.05.2017
(6)
Rechtstipp vom 29.05.2017
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Qualifizierte Rechtsberatung und -vertretung in einem Arzthaftungsprozess ist wichtig, um sich gegen die regulierungsunwillige Versicherungswirtschaft durchzusetzen. Informationen von Ciper & Coll.

Ärztliche Kunstfehler haben oft erhebliche Konsequenzen für die Betroffenen. Da die Haftpflichtversicherer der Ärzte und Krankenhäuser außergerichtliche Regulierungen in den meisten Fällen verweigern, ist der Patient sodann gezwungen, gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Was Versicherungen im Vorfeld vielfach als „schicksalhaftes Geschehen“ abgetan hatten, stellt sich vor Gericht in vielen Fällen als eine Fehlbehandlung dar, die für den geschädigten Patienten zu Schadenersatz und Schmerzensgeld führt. Dr. Dirk C. Ciper LL.M., Fachanwalt für Medizinrecht, stellt im Nachfolgenden einen Prozesserfolg der Anwaltskanzlei Ciper & Coll. vor.

Landgericht Stuttgart: Duraverletzung anlässlich Bandscheibenoperation mit Sequestrotomie, LG Stuttgart, Az.: 15 O 164/15

Chronologie

Die Klägerin begab sich aufgrund eines Bandscheibenvorfalls in die stationäre Behandlung bei der Beklagten. Es wurden eine mikrochirurgische Sequesterotomie und osteoligamentäre Dekompression vorgenommen. Postoperativ verschlechterte sich jedoch der Zustand der Klägerin. Die Schmerzen strahlten vom Rücken in das rechte Bein aus und sie musste starke Schmerzmittel einnehmen.

Verfahren

Das Landgericht Stuttgart hat den Vorfall mittels eines neurochirurgischen Fachgutachtens hinterfragen lassen. Der gerichtlich bestellte Gutachter kam im Ergebnis zu der Konstatierung, dass kein ärztlicher Behandlungsfehler erkennbar sei. Zu klären war sodann allerdings noch, ob die Klägerin über die Risiken der Operation hinreichend aufgeklärt worden war. Diesbezüglich nahm das Gericht eine weitergehende Beweisaufnahme vor und vernahm u.a. die involvierten Mediziner. Nach Abschluss der Beweisaufnahme schlug das Gericht den Parteien einen Vergleich im vierstelligen Eurobereich vor, den diese akzeptierten.

Anmerkungen von Ciper & Coll.

Arzthaftungsprozesse können von Patienten erfolgreich bestritten werden, wenn ein Behandlungsfehler zu einem kausalen Schaden geführt hat. Daneben ist aber auch oftmals zu klären, ob auf Behandlerseite hinreichend über die Risiken und alternativen Behandlungen informiert wurde. Wenn das nicht der Fall ist beziehungsweise die Aufklärung nicht hinreichend erfolgte und der Patient deswegen in seiner Entscheidungsfreiheit eingeschränkt war, gewinnt der Patient in der Regel ebenfalls den Prozess, stellt der sachbearbeitende Rechtsanwalt Daniel C. Mahr, Fachanwalt für Medizinrecht, fest.

Medizingeschädigte Patienten sollten bei der Suche des zu vertretenden Anwaltsbüros vor allem auf folgende fünf Punkte achten

1. Kompetenz

Diese basiert auf dem Erfahrungsschatz der Kanzlei auf dem Gebiet des Medizinrechts. Jahrzehntelange Erfahrungen zahlen sich eher aus als wenige Berufsjahre.

2. Qualifizierung

Diese basiert auf der Erfolgsstatistik: Mehrere hundert nachweisbare Prozesserfolge in wenigen Jahren lassen eher auf die Qualität der Kanzlei schließen als beispielsweise ein gutes Dutzend aufgeführte Fälle.

3. Fachanwaltschaft

Rechtsanwälte, die den Titel „Fachanwalt für Medizinrecht“ tragen, weisen nach, dass sie auf diesem Gebiet über besondere praktische und theoretische Kenntnisse verfügen, die Anwälte ohne diesen Titel gerade nicht vorweisen können.

4. Teamarbeit

Es ist einleuchtend, bei der Auswahl des Anwaltsbüros auf ein Team erfahrener Rechtsanwälte zurückzugreifen. Nur so ist gewährleistet, dass durch regelmäßigen kanzleiinternen Austausch und Hilfestellungen untereinander das bestmögliche Ziel für den Mandanten erreicht wird. In Klein- oder Kleinstkanzleien fehlt gerade diese Möglichkeit, ganz unabhängig von den Komplikationen in Urlaubs- oder Krankheitsfällen sowie sonstigen Abwesenheiten des Bearbeiters.

5. Ortsnähe

Schließlich liegt es bereits aus pragmatischen Gründen auf der Hand, dass ein medizingeschädigter Mandant aus z. B. Südbayern nicht unbedingt eine Kanzlei an der Nordseeküste involvieren sollte und umgekehrt.


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