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Brief von Porsche – Besser dem Rückruf nicht folgen

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Rechtsanwalt Dr. Gerrit W. Hartung – Partner bei MBK Rechtsanwälte, Mönchengladbach – hat einige der wichtigsten der rund um die Zusendung des aktuellen Schreibens der Porsche AG an Opfer des Abgasskandals aufkommenden Fragen gestellt und beantwortet. Insbesondere den Eigentümern von Porsche Cayenne mit Schadstoffklasse 6 (Porsche Cayenne 3,0 TDI) sowie des Macan Diesel S wird ausdrücklich empfohlen, einer Rückruf-Aufforderung nicht nachzukommen.

Im Porsche Abgasskandal gibt es auf Seiten der Opfer viele Unklarheiten, wie kann man das erklären?

Wenn man das aktuelle Schreiben von Porsche an die betroffenen Fahrzeugbesitzer anschaut, spürt man deutlich, dass Porsche seine Kunden gar nicht wirklich aufklären, sondern nur Schaden von der Marke abwenden will.

Das ist durchaus verständlich – sorgt aber bei betroffenen Opfern dafür, dass diese vollends verunsichert sind.

Also: Nicht teilnehmen an der Rückrufaktion?

Natürlich nicht! Porsche-Fahrer, die daran teilnehmen, verbessern jedenfalls nicht die zivilrechtliche Ausgangslage für eine Fahrzeugrückgabe durch den Rücktritt vom Kaufvertrag oder durch die Anwendung der Betrugshaftung. Nach einer Teilnahme müsste im Zweifel erst einmal mit kostenintensiven Gutachten zusätzlich bewiesen werden, dass sich wirklich Verschlechterungen eingestellt haben. Diese Angriffsfläche sollte man nicht bieten.

Aber es droht doch eine Zwangsabmeldung?

Bei nicht sicherheitsrelevanten Rückrufaktionen dürfte bis dahin einiges an Zeit vergehen. Es besteht keinerlei Zeitdruck. Porsche hätte das gerne, denn mit jedem abgeschlossenen Rückruf sinkt das Ausfallrisiko.

Wie ist die Taktik von Porsche zu beurteilen, alle Verantwortlichkeit auf die Zulieferer abzuwälzen?

Ganz erbärmlich und ich bin auch sicher, dass das selbst bei eingefleischten Porsche-Fans nicht gut ankommt. Solange sich Porsche der Pflicht zur Transparenz nicht stellt, wird die Unzufriedenheit weiterwachsen. Man muss sich nur mal in den gängigen Porsche-Foren umschauen. Die Leute sind stinksauer!

Wie hoch sind die Erfolgschancen für eine Pkw-Rückgabe und welches Risiko gibt es?

Ich halte die Aussichten aktuell für Fahrzeuge der Volkswagen-Familie für sehr Erfolg versprechend, ebenso wie für den Porsche Cayenne 3,0 TDI und den Macan Diesel S, weil es für diese Modelle offizielle Rückrufaktionen gibt. Der Motor wurde aber auch in Audi Q7 und im VW Touareg verbaut. Weiter denke ich, dass die 4,2 l-Dieselmotoren der Cayenne-Reihe (ebenso Q7, A8 und Touareg) ebenfalls mit unzulässiger Software arbeiten. Hier ist der Nachweis allerdings zurzeit noch schwierig. Für rechtsschutzversicherte Mandanten gibt es bei Fahrzeugen mit offizieller Einladung zur Rückrufaktion bei einer Abwicklung über unsere Kanzlei MBK Rechtsanwälte kein finanzielles Risiko. Hier erreichen wir im Ergebnis fast immer eine Deckungszusage der Rechtsschutzversicherung.

Bei anderen Modellen müssen wir die zukünftigen Entwicklungen abwarten. Entscheidend sind z. B. die kartellrechtlichen Untersuchungen gegen die „Big Five“. Wenn sich der Verdacht gegen BMW, VW, AUDI, Porsche und Mercedes erhärtet, dann dürfte beinahe jeder Dieselkauf der vergangenen Jahre rückabwickelbar werden, solange der gewonnene Nutzen nicht den Neuwertwert des Fahrzeugs überschreitet. Nicht rechtsschutzversicherte Mandanten können von attraktiven Pauschalangeboten profitieren und so das finanzielle Risiko in Grenzen halten.

Rechtsanwalt Dr. Gerrit W. Hartung vertritt bereits zahlreiche Besitzer von Porsche Cayenne 3,0 TDI in Verfahren um Rückgabe der Fahrzeuge an den Händler.


Rechtstipp vom 26.09.2017
aus der Themenwelt Rechte betrogener Käufer und dem Rechtsgebiet Kaufrecht

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