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Die Bedeutung der Vaterschaftsanerkennung - The meaning of recognition of paternity GER-ENG

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Die Vaterschaftsanerkennung ist eine freiwillige Willenserklärung des Mannes, die jederzeit und auch vor der Geburt des Kindes erfolgen kann. Sie ist vor allem dann erforderlich und wichtig, wenn die Eltern bei zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes nicht verheiratet sind!

Gemäß § 1592 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ist der Vater eines Kindes der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist (automatisch rechtlicher Vater) oder bei nichtverheirateter Frau der Mann, der die Vaterschaft anerkannt hat bzw. dessen Vaterschaft gerichtlich festgestellt und belegt wurde. Es wird daher zwischen dem biologischen, sozialen und rechtlichen Vater unterschieden: Der biologische Vater ist der Erzeuger des Kindes, wohingegen der soziale Vater der Mann ist, dem Kind nahe steht, wo es aufwächst, umsorgt wird und der die persönliche Verantwortung (täglich) für das Kind übernimmt. Der rechtliche Vater ist nach dem Gesetz der Mann, der die Elternrechte bzw. –pflichten für ein Kind trägt, insbesondere das Sorgerecht.

Für die Vaterschaftsanerkennung schreibt das Gesetz gem. § 1594 BGB die folgenden Voraussetzungen vor:

- Es bedarf keine andere Vaterschaft für das Kind bestehen,
- Die Anerkennung der Vaterschaft ist nicht an Bedingungen geknüpft
- Die Anerkennung der Vaterschaft darf nicht zeitlich begrenzt sein
- Die Zustimmung der Mutter liegt vor

Hat die Mutter das Sorgerecht für das betreffende Kind nicht, bedarf es auch der Zustimmung des Kindes. Bei einem Kind unter 14 Jahren bedarf es der Zustimmung eines gesetzlichen Vertreters. Verweigert die Mutter die Anerkennung der Vaterschaft, bleibt dem Vater nur die Möglichkeit, einen Antrag im Rahmen einer Klage zur Vaterschaftsfeststellung beim Familiengericht zu stellen. In diesem Antrag muss der Vater Gründe dafür anführen, warum die Anerkennung dem Wohl des Kindes dient. Im Anschluss daran holt das Gericht in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt die Beweggründe der Mutter ein. Lässt sich feststellen, dass die Mutter durch ihre Verweigerung zuwider dem Kindswohl handelt, lässt sich gerichtlich ein Vaterschaftsgutachten erwirken. Im Rahmen des Gutachtens wird gemäß § 1598a ein Vaterschaftstest durchgeführt. Eine Zustimmung der Mutter ist bei gerichtlicher Anordnung nicht mehr erforderlich.

Sollte der Vater jedoch eine Vaterschaftsanerkennung verweigern, hat im Umkehrschluss auch die Mutter die Option, eine Vaterschaftsfeststellungsklage anzustreben. Im Zuge der Klage wird ebenfalls ein DNA-Test erforderlich und der Vater muss nicht mehr zustimmen,
Wird ein Vaterschaftstest ohne das schriftliche Einverständnis aller Beteiligten oder ohne richterlichen Beschluss durchgeführt, kann dies rechtliche Konsequenzen und Bußgelder zur Folge haben.
Eine Vaterschaftsanerkennung kann jederzeit beim Standesamt, Jugendamt oder Notar erfolgen und muss in jedem Fall öffentlich beurkundet werden. Das heißt, dass die Vaterschaft in Anwesenheit einer zur Beurkundung befugten Person ausgesprochen werden muss (z.B. Notar oder Mitarbeiter des Standes- bzw. Jugendamts).
Außerdem müssen gemäß § 1597 BGB „beglaubigte Abschriften der Anerkennung und aller Erklärungen, die für die Wirksamkeit der Anerkennung bedeutsam sind“ der Mutter, dem Vater und dem Kind sowie dem zuständigen Standesamt übersendet werden. 

Es gibt kein bestimmtes Formular zur Anerkennung der Vaterschaft. Allerdings werden, um eine Vaterschaft offiziell anzuerkennen, die folgenden Dokumente grundsätzlich benötigt:
- Ausweisdokumente (Personalausweis oder Reisepass)
- Geburtsurkunden oder Abstammungsurkunden von Vater und Mutter
- Vor der Geburt: Nachweis des voraussichtlichen Geburtsdatums des Kindes (z.B. Mutterpass)
- Nach der Geburt: Geburtsurkunde des Kindes
- Beglaubigte Abschrift der Anerkennungserklärung des Vaters (wenn die Zustimmung getrennt von der Anerkennung erfolgt) 

Gegebenenfalls werden weitere Unterlagen nötig, hierüber sollte sich vorher beim zuständigen Jugend- oder Standesamt informiert werden. Die Anerkennung einer Vaterschaft ist vor der Geburt gebührenfrei. Erfolgt die Anerkennung jedoch erst nach der Geburt, muss die Geburtsurkunde des Kindes nachträglich beim Standesamt geändert werden, da zunächst nur der Name der Mutter eingetragen wird.
Erkennt ein Mann die Vaterschaft zu einem Kind vor dem Gesetz an, hat er ab dem Zeitpunkt der Wirksamkeit der Anerkennung selbstverständlich sowohl Rechte als auch Pflichten:

- Die Unterhaltspflicht, d.h. Kindesunterhalt und ggf. Unterhalt an die Mutter,
- das Umgangsrecht und -pflicht,
- das Zeugnisverweigerungsrecht bzgl. des Kindes und
- das Recht der Mitversicherung des Kindes in seiner Krankenkasse.
Darüber hinaus ist das Kind berechtigt, den Nachnamen des Vaters zu tragen, berechtigt, nach Tod des Vaters Erbschaftsansprüche geltend zu machen, usw.

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English Version:

Acknowledgment of paternity is a voluntary declaration of intent by the man that can be made at any time and also before the child is born. It is especially necessary and important if the parents are not married when the child is born!

According to Section 1592 of the German Civil Code (BGB), the father of a child is the man who is married to the mother at the time of birth (automatically legal father) or in the case of a non-married woman, the man who has recognized paternity or whose paternity has been established and proven by a court. A distinction is therefore made between the biological, social and legal father: the biological father is in medical termins the father of the child, where the social father is the man who is close to the child, present during growing up, caring for and who has personal responsibility (daily) for the child and is taking over. According to the law, the legal father is the man who bears the parental rights and duties for a child, especially joint custody e.g.

For the acknowledgment of paternity, the law according to § 1594 BGB, the following requirements have to be met:
- There is no need to have another paternity for the child,
- The recognition of paternity is unconditional
- The recognition of paternity must not be limited in time
- The mother's consent has been given

If the mother does not have custody of the child concerned, the child's consent is also required. A child under the age of 14 requires the consent of a legal representative. If the mother refuses to recognize acknowledge of paternity, the only option left to the father is to file an application to the family court to establish paternity. In this application, the father must present reasons why the recognition serves the best interests of the child. The court then, in cooperation with the youth welfare office, collects the mother's motives. If it can be determined that the mother is acting contrary to the best interests of the child by refusing, a paternity report can be obtained from a court. As part of the report, a paternity test is carried out in accordance with Section 1598a. The mother's consent is no longer required in the event of a court order.

However, if the father refuses to acknowledge paternity, the mother also has the option to pursue an action for a declaration of paternity. In the course of the lawsuit, a DNA test is also required and the father no longer has to agree
If a paternity test is carried out without the written consent of all parties involved or without a court order, this can result in legal consequences and fines. Acknowledgment of paternity can take place at any time at the registry office, youth welfare office or notary and must always be publicly certified. This means that paternity must be expressed in the presence of a person authorized to authenticate (e.g. notary or employee of the registry or youth welfare office).
In addition, according to Section 1597 of the German Civil Code, “certified copies of the recognition and all declarations that are significant for the effectiveness of the recognition” must be sent to the mother, father and child as well as to the responsible registry office. 

There is no specific form for recognizing paternity. However, in order to officially recognize paternity, the following documents are generally required:
- Identification documents (identity card or passport)
- Birth certificates or certificates of descent from father and mother
- Before the birth: Proof of the expected date of birth of the child (e.g. maternity card)
- After the birth: the child's birth certificate
- Certified copy of the father's declaration of recognition (if the consent is given separately from the recognition)

If necessary, further documents are required; you should inform yourself about this beforehand at the responsible youth or registry office. Recognition of paternity is free of charge before the birth. However, if the recognition takes place after the birth, the birth certificate of the child must be changed at the registry office, as initially only the mother's name is entered.If a man recognizes the paternity of a child before the law, he naturally has both rights and obligations from the time the recognition becomes effective:

- The maintenance obligation, i.e. child maintenance and, if applicable, maintenance to the mother,
- the right and duty of access,
- the right to refuse to give evidence regarding the child and
- the right of co-insurance of the child in his health insurance.
In addition, the child is entitled to use the father's surname, is entitled to assert inheritance claims after the father's death, etc.

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