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Die MS E.R. Bristol steht ein Jahr vor Ende der Festcharter

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MS „E.R. Bristol“ Schiffsbeteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG

Seit 2010 fallen die Charterraten für Bulker, zu Deutsch Schüttgutfrachter. Insbesondere die größeren Bulker der Supramax-Klasse haben bei zu viel Transportkapazität zu wenig Ladung bei gleichen Betriebskosten.

Noch ist die MS E.R. Bristol jedoch bis Mai 2016 fest an die zur Nordcapital Unternehmensgruppe gehörende E.R. Reederei verchartert. Daher liegt auch die Nettorate noch bei den prognostizierten USD 19.250 pro Tag, wie im „Zwischenbericht 2012 und Ausblick 2013“ von Nordcapital zu lesen war.

Schlechte Aussichten nach der Festcharter

Im „Kurzbericht Frühjahr 2013“ verdüstert sich der Ausblick für die MS E.R. Bristol schon zusehends: „Das Jahr 2012 war von einer globalen Konjunkturschwäche geprägt, die insbesondere auf die Unsicherheiten der andauernden europäischen Staatsschuldenkrise zurückzuführen ist. Dementsprechend hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für Welthandel und -wirtschaft gesenkt. Für die Bulkschifffahrt war 2012 ein schlechtes Jahr und die Aussichten für 2013 bleiben schwach. Trotz stabiler Nachfrage nach Massenguttransporten hat das Segment weiterhin mit einem beachtlichen Angebotsüberhang zu kämpfen.

Dieses Überangebot wirkte sich 2012 entsprechend auf die Chartermärkte aus. Die Einjahres-Zeitcharterraten für Supramax-Bulker verharrten bis Juli auf einem Niveau von durchschnittlich etwa US$ 10.900 pro Tag, bevor sie bis Dezember auf US$ 8.750 pro Tag zurückgingen. Die Raten der im März 2013 geschlossenen Chartervereinbarungen lagen wieder bei US$ 9.650 pro Tag.“

„Wir haben den Eindruck, hier wird der Anleger der MS E.R. Bristol Stück für Stück auf deutlich niedrigere Charterraten nach der Festcharter vorbereitet. Diese negative Tendenz war unserer Meinung nach jedoch bereits vor der Emission absehbar. Im Nachgang zur Finanz- und Eurokrise werden die Transporte von Kohle und Eisen noch einmal deutlich zurückgehen“, schätzt Fachanwalt Helge Petersen aus Kiel.

Bulkermarkt dauerhaft in der Krise

Das Überangebot an Bulkern führte insbesondere in der Wirtschaftskrise zum Preisverfall der Charterraten. Die andauernde Eurokrise lässt die Nachfrage vor allem in den Euro-Ländern sinken. Der Konkurrenzdruck aus Russland und Asien durch Überkapazitäten und Konjunkturprobleme sorgte für ein „regelrechtes Preis-Gemetzel“. Die hiesige Stahlindustrie kann mit den Kampfpreisen in China, Japan und Korea nicht mehr mithalten und folglich kaum noch etwas in diesen Märkten verkaufen. Dadurch werden also viel weniger Kohle und Eisenerz mit Bulkern nach Europa verschifft. Der Markt zentriert sich in Asien, geringere Fahrtzeiten und weniger Charter sind die Folgen.

Diese Tendenz spiegelt sich auch im letzten Kurs von 52,50 % für die Beteiligung an MS E.R. Bristol am 17.11.2014 wider.

Chance auf Rückabwicklung

Chancen auf Rückabwicklung bestehen insbesondere bei fehlenden Hinweisen auf die Risiken von MS E.R. Bristol, wie zum Beispiel dem Totalverlustrisiko oder dem Nachhaftungsrisiko und der damit verbundenen Verpflichtung zur Rückzahlung bereits erhaltener Ausschüttungen. Auch die Empfehlung der Anlage als sichere Altersvorsorge stellt einen Anhaltspunkt für eine Falschberatung dar.


Rechtstipp vom 27.08.2015
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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