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Klage der Drehbuchautorin von „Keinohrkücken“ & „Zweiohrhasen“

  • 2 Minuten Lesezeit

Drehbuchautorin klagt für Anpassung der Vergütung, § 32 a UrhG

Beide Filme waren bekanntlich große Kinoerfolge. „Keinohrkücken“ war sogar der erfolgreichtste deutsche Kinofilm in 2018.

Urheberin hat Recht aus Auskunft

Das nahm die Drehbuchautorin Anika Decker (Klägerin) zum Anlass zunächst Auskunft über die Verwertungserlöse der Filme einzufordern, um ggf. den zuvor ausgehandelten Vertrag hinsichtlich des vereinbarten Honorars anzupassen (Nachvergütung).

Ihr gutes Recht

Die beklagten Produktionsfirmen und Rechteinhaber Barefoot Films sowie Warner Bros. als Verleiher (DVD, Pay-TV, Streamingdienste), müssen ihre Einnahmen offenlegen. So entschied es das LG Berlin mit Urteil vom 06.10.2020, 15 O 296/18.

Nachvergütung wegen Missverhältnis

Diesbezüglich regelt § 32a UrhG (Weitere Beteiligung des Urhebers) – auch Fairnessparagraph genannt - Folgendes:

(1) Hat der Urheber einem anderen ein Nutzungsrecht zu Bedingungen eingeräumt, die dazu führen, dass die vereinbarte Gegenleistung unter Berücksichtigung der gesamten Beziehungen des Urhebers zu dem anderen in einem auffälligen Missverhältnis zu den Erträgen und Vorteilen aus der Nutzung des Werkes steht, so ist der andere auf Verlangen des Urhebers verpflichtet, in eine Änderung des Vertrages einzuwilligen, durch die dem Urheber eine den Umständen nach weitere angemessene Beteiligung gewährt wird. Ob die Vertragspartner die Höhe der erzielten Erträge oder Vorteile vorhergesehen haben oder hätten vorhersehen können, ist unerheblich. […]

Stufenklage mit Aussicht auf Erfolg 

Runde 1 wäre geschafft. Nun heißt es, die Auskünfte der Beklagten abzuwarten...

… oder aber, ob die Beklagten gegen das Urteil des LG Berlin Berufung einlegen werden. Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels war das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Eine ebenfalls erfolgreiche Runde 2 (vorerst theoretisch) könnte -  sofern die Offenlegung einen weitaus höheren Erlös als ursprünglich vermutet & zugrunde gelegt ans Tageslicht bringt – bedeuten, dass die Drehbuchautorin im Nachhinein am Mehrgewinn beteiligt wird.

Gegenwind der Beklagten

Vorerst hat das LG Berlin die Einwände der Beklagten, dass die Ansprüche verjährt seien und die Drehbuchautorin lediglich Mit-Autorin und nicht alleinige Autoring gewesen sei, nicht als erheblich erachtet. Der Auskunftsanspruch besteht dennoch.

Fairness

Ist die Vergütung bereits angemessen? Wird die Vergütung angepasst? Das Landgericht hat die Weichen gelegt. Der weitere Werdegang bleibt abzuwarten...

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Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Urheberrecht & Medienrecht

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