Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Entschädigung nach AGG bei Nichteinladung eines schwerbehinderten Bewerbers zum Vorstellungsgespräch

(1 Bewertung) 5,0 von 5,0 Sternen (1 Bewertung)

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in einem Urteil vom 22.08.2013 (AZ: 8 AZR 563/12) seine bisherige Rechtsprechung zur Frage, ob ein schwerbehinderter Stellenbewerber einen Entschädigungsanspruch gemäß § 15 AGG haben kann, wenn er entgegen § 82 Satz 2 und 3 SGB IX von einem öffentlichen Arbeitgeber nicht zur Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, bestätigt.

Hiernach ist eine Benachteiligung eines schwerbehinderten Stellenbewerbers dann indiziert, wenn sich dieser auf eine ausgeschriebene Stelle beworben hat und nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Dann, wenn dem Bewerber offensichtlich die fachliche Eignung für die zu besetzende Stelle fehle, könne die Indizwirkung nicht eintreten.

In der Rechtsfolge bedeutet das für den Arbeitgeber/Stellenanbieter, dass er bei nicht offensichtlich fehlender fachlicher Eignung, einen schwerbehinderten Stellenbewerber in jedem Fall zum Vorstellungsgespräch einladen muss, wenn er nicht in die Situation kommen möchte, die sodann eintretende Indizwirkung/Vermutung widerlegen zu müssen.

Im konkreten Fall holte der Arbeitgeber die Einladung zum Vorstellungsgespräch zwar vor seiner Auswahl für die zu besetzende Stelle nach, doch waren/sind die Richter/innen am BAG der Ansicht, dass eine solche Nachholung die bereits erfolgte, indizierte Diskriminierung wegen einer Behinderung, nicht heilte.


Rechtstipp vom 14.08.2014

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Profil-Bild
            Rechtsanwalt Arnd Burger (Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht und Verkehrsrecht Arnd Burger, (Hohl-Glassen & Burger)) Rechtsanwalt Arnd Burger

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.