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Fahrerflucht: Ist schneller passiert, als man denkt

Rechtstipp vom 21.01.2019
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Rechtstipp vom 21.01.2019
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Zum Tatbestand der Fahrerflucht kommt es oft schneller, als viele Verkehrsteilnehmer denken. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um einen Personenschaden oder Schlimmeres als Folge eines Verkehrsunfalls handeln. Unbedachtes Einparken auf dem Parkplatz und unüberlegtes Verhalten im Anschluss reichen oft schon aus. Schneller als gedacht kann es da zu einer Geldstrafe aber auch zu Freiheits- oder Führerscheinentzug kommen. Wie man sich in solchen Situationen richtig verhält, erfahren Sie in diesem Rechtstipp.

Bei Fahrerflucht denkt man für gewöhnlich an einen Unfall, bei dem Personen zu Schaden gekommen sind und der verursachende Fahrer einfach weitergefahren ist. Doch in Wirklichkeit trifft das in den seltensten Fällen zu. Vielmehr ist die Ursache meistens der Kratzer oder Blechschaden, der beim Einparken entsteht. Ebenso häufig kommt es seitens des Unfallverursachers in besten Absichten zur Fahrerflucht, nämlich dann, wenn er sich vom Unfallort entfernt, um etwa Papier und Stift für eine Nachricht an den Geschädigten zu holen.

Strenge gesetzliche Regelungen

Tatsächlich sind die gesetzlichen Regelungen hier sehr streng. So kennt der strafrechtliche Bereich in diesem Zusammenhang 2 Verfahren: die fahrlässige Körperverletzung, z. B. nach einem Verkehrsunfall, bei dem der Geschädigte ein Schleudertrauma erlitten hat, und das „unerlaubte Entfernen vom Unfallort“, sprich die Fahrerflucht. Dazu kommt es bereits, wenn man sich zu Fuß vom Unfallort entfernt. Wer nicht an Ort und Stelle bleibt, um die Feststellung der eigenen Person, des eigenen Pkw und die Beteiligung am Unfall feststellen zu lassen, kann sowohl einer Geld- als auch einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren entgegensehen. In der Rechtsprechung werden diese Regeln sehr streng ausgelegt.

Die Schadenshöhe ist ausschlaggebend

Liegt der Schaden am gegnerischen Fahrzeug bei 1.300 € und mehr, kann es ernst werden. § 69 des Strafgesetzbuches sieht die Entziehung der Fahrerlaubnis vor, sollte sich der Fahrer als ungeeignet zum Führen eines Fahrzeugs erweisen, beispielsweise beim unerlaubtem Entfernen vom Unfallort, wenn ein „bedeutender Schaden“ am Eigentum anderer entstanden ist. Gemäß der aktuellen Rechtsprechung ist das ab einer Schadenshöhe von 1.300 – 1.500 € der Fall. Und solche Summen sind bei modernen Fahrzeugen schneller erreicht, als viele denken. Der Führerschein ist dann oft ebenso schnell weg.

Experten sehen diese Gesetzesregelung kritisch, da sie eine Fahrerflucht auf dem Parkplatz mit anderen Verkehrsdelikten, die deutlich schwerwiegender sind, auf eine Stufe stellt. Doch ungeachtet vergangener Bemühungen aus der Politik, für solche Sachschäden andere Regelungen einzuführen, ist dies geltendes Recht.

Wie man Fahrerflucht vermeidet

Grundsätzlich sollten Sie sich als Unfallverursacher niemals vom Unfallort entfernen. Rufen Sie stattdessen vom Handy aus umgehend die Polizei und bleiben Sie bis zu deren Eintreffen unbedingt an Ort und Stelle. Was es außerdem zu beachten gilt sowie weitere nützliche Verhaltensregeln und Tipps, erhalten Sie im Podcast oder auf der Website der Anwaltskanzlei Lenné. Des Weiteren sollten Sie umgehend Ihren Anwalt anrufen und ggf. die Aussage bei der Polizei verweigern. Ihre Rechtsschutzversicherung wird die Anwaltskosten für gewöhnlich übernehmen.

Im Falle eines Unfalls steht Ihnen die Anwaltskanzlei Lenné gerne zur Seite und begleitet Sie durch den gesamten Prozess. Sollte es bereits zum Tatbestand der Fahrerflucht gekommen sein, kann die Kanzlei Ihnen möglicherweise dabei helfen, das Verfahren einzustellen. Bei einem kostenlosen Erstgespräch besprechen unsere Anwälte Ihren Fall mit Ihnen und beraten Sie zur besten Vorgehensweise.


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