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Geld sparen bei Abmahnung durch Albrecht Bischoff für Knieper Verwaltungs GmbH?

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Rechtsanwalt Carsten Albrecht von der Kanzlei Albrecht Bischoff mahnt für die Knieper Verwaltungs GmbH aus Bremen ab. Dabei geht es um die Nutzung von Fotos, die ursprünglich auf dem Online-Kochbuch Marions Kochbuch www.marions-kochbuch.de veröffentlicht wurden. Diese Abmahnungen der Knieper Verwaltungs GmbH werden mittlerweile auch z. B. in die Schweiz verschickt. Das Problem dabei sind die angesetzten Schadensersatz-Werte für die Fotos. Sie sind unseres Erachtens deutlich zu hoch angesetzt. 

Die Abmahnung

Unsere Mandantin wurde von Albrecht Bischoff aufgefordert, das Foto zu entfernen und die Bilddateien zu löschen. Außerdem soll eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben werden. Schließlich soll sie Schadensersatz zahlen. Auch Anwaltsgebühren für Albrecht Bischoff sollen übernommen werden, die der Knieper Verwaltungs GmbH durch die Abmahnung entstanden seien. Fotograf des Fotos sei Herr Folkert Knieper, so Albrecht Bischoff. Er habe alle Nutzungs- und Verwertungsrechte an die Knieper Verwaltungs GmbH abgetreten.

Als Begründung macht Knieper geltend, ihm stünde für das Foto ein Urheberrecht zu, weil er die dargestellte Speise angeordnet, sie dann ausgeleuchtet, in Szene gesetzt und mit einer Digitalkamera fotografiert habe. Da es sich um eine professionelle Aufnahme handele, sei als fiktiver Schadensersatz die Honorarliste der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing (MFM-Liste) zugrunde zu legen. Dieses Honorar wird wiederum auf eine angeblich übliche Lizenzdauer von bis zu einem Jahr hochgerechnet. Schließlich sei dieser Schadensersatz nochmals zu verdoppeln (!), da noch ein zweites Recht verletzt wurde, nämlich das Recht, als Urheber genannt zu werden. 

Gefordert werden daher 550 € fiktive Lizenzgebühr als Schadensersatz und – auf diesem Wert basierend – fast 900 € Rechtsanwaltskosten. 

Die Rechtslage

Wenn ein Foto tatsächlich ohne Zweifel – aus Absicht oder Ahnungslosigkeit, Unwissen oder Unachtsamkeit – in unerlaubter Weise öffentlich zugänglich gemacht wird, hat der Fotograf Ansprüche gegen den Verletzer. Doch wie so oft liegt der Teufel im Detail der Abmahnung, hier insbesondere bei den aufgestellten Berechnungen. 

Ob jedes Foodporn-Foto wirklich ein urheberrechtlich besonders wertvolles Lichtbildwerk darstellt, ist zweifelhaft. Dies zu bewerten, ist immer eine Einzelfallfrage. Regelmäßig dürfte lediglich ein Schutzrecht des Lichtbildners aus § 72 UrhG anzunehmen sein. Deswegen ist zu bezweifeln, dass in einem solchen Fall die MFM-Liste zugrunde gelegt werden kann. Diese bildet die Durchschnittshonorare professioneller Fotografen ab. Für einen Hobbyfotografen z. B. sind sie eindeutig zu hoch gegriffen sind. Fiktive Lizenzgebühren für Lichtbilder aus dem Alltagsgebrauch werden von Gerichten häufig bei etwa 15-40 € angesetzt. 

Auch die pauschale Verdoppelung der Lizenzansprüche wird von der Rechtsprechung abgelehnt. Vielmehr müsste der Verletzte darlegen können, dass ihm durch die Nutzung ohne Namensnennung materielle oder immaterielle Vorteile (z. B. Werbeeffekte für seine Arbeit als Fotograf) entgangen sind. 

Aufgrund des deutlich geringeren Streitwertes sind auch die Rechtsanwaltskosten u. E. geringer anzusehen.

Abgemahnt? Sprechen Sie uns an!

Dieser Fall zeigt gut, warum es sich lohnt, eine Abmahnung von einem spezialisierten Anwalt prüfen zu lassen. 

Selbst wenn die Abmahnung von Albrecht Bischoff berechtigt ist, kommt es bei der Berechnung der fiktiven Lizenzgebühr auf juristische Details an. Bevor man in einem Anflug von schlechtem Gewissen eine überhöhte Forderung bezahlt, kann es sich lohnen, diese von spezialisierten Anwälten prüfen zu lassen. 

IPCL Rieck & Partner Rechtsanwälte verfügen über genügend spezialisiertes Wissen, um Sie in solchen Fällen sehr erfolgreich zu vertreten. Gleich anrufen! Unsere Kontaktdaten finden Sie rechts oben in unserem Profil.

(Autorin: Corinna Bernauer mit Lars Rieck)


Rechtstipp vom 05.11.2018
aus der Themenwelt Urheberrecht und den Rechtsgebieten Gewerblicher Rechtsschutz, Urheberrecht & Medienrecht

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