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Juicy Fields – Worauf basiert das dubiose Geschäftsmodell? Welche Erfahrungen machten Anleger?

  • 8 Minuten Lesezeit

Viele Anleger sind von Juicy Fields schon hinters Licht geführt worden! Die Opfer von Juicy Fields haben hohe Geldbeträge „investiert“, nachdem sie auf die haltlosen Versprechungen der Betrüger hereingefallen sind. Anleger ahnen, dass sie von Juicy Fields schamlos betrogen und abkassiert wurden. Ist es gar ein Schneeballsystem? Ein Schneeballsystem oder auch Ponzi Scheme basiert darauf, dass vermeintliche Renditen nicht oder nur teils durch das vorgebliche Geschäftsmodell erwirtschaftet werden. Auszahlungen an Anleger werden durch die Einzahlungen späterer Anleger finanziert. Wie stehen die Chancen der Anleger, ihr Geld zurückzubekommen?

Geschäftsmodell nur verbotenes Schneeballsystem?

Das Geschäftsmodell der Juicy Juicy Fields basiert wohl auf einem verbotenen Schneeballsystem! Die Erfahrungen betroffener Anleger deuten jedenfalls stark darauf hin, zumal Anlegern Zinsen und Ausschüttungen von Juicy Fields nur solange gezahlt werden konnten, solange immer neue Cannabispakete verkauft werden konnten. Juicy Fields hat ein tragfähiges Cannabis Geschäftsmodell betrieben, das die notwendigen Erträge hätte abwerfen können. Angeblich sollte JuicyFields eine Crowdgrowing-Plattform für medizinisches Cannabis sein, die Menschen mit lizenzierten Produzenten und Händlern aus der ganzen Welt verbindet. Den Anlegern sollten Investitionen in Cannabispflanzen der Sorten JuicyFlash, JuicyMist, JuicyKush und JuicyHaze angeboten werden. Wirkliche Gewinne machten aber nur die Betrüger. Die Einnahmen sprudelten für JuicyFields zunächst reichlich. Aber entsprechend höher werden später auch die Auszahlungsverpflichtungen. Jedes derartige Geschäftsmodell ist zum Zusammenbruch verurteilt. Es ist – wie bei JuicyFields -  nur eine Frage der Zeit.

Warum ist Juicy Field ein Schnellballsystem?

Bei der Betrachtung des ausgeklügelten Bonussystems muss man sich die Frage stellen, warum Juicy Fields ein Schnellball ist. Dabei handelt es sich um „Geschäftsmodelle“, die eine stetig wachsende Zahl von Teilnehmern benötigen, die eigenes Kapital in das System einbringen und dadurch vermeintliche Gewinne bzw. Boni erwirtschaftet werden können. Dabei werden die Teilnehmer häufig an allen Einnahmen beteiligt, die andere Teilnehmer einbringen, die sie angeworben haben. Häufig werden aber auch Einnahmen gezielt dem System entzogen und veruntreut. In vielen Fällen ist nur ein überteuertes oder überhaupt kein Produkt vorhanden. Auch dann besteht der Verdacht des Betruges. Diese „Geschäftsmodelle“ sind allerdings auf ein stetes Wachstum angewiesen und brechen daher meist relativ schnell auch wieder zusammen. Hier besteht die besondere Konstellation, dass aus Opfern auch Täter werden können. Opfer, weil sie selbst Geld anlegten und Täter, weil sie andere überredeten, es ihnen gleich zu tun und dafür hohe Boni kassierten. Besteht der Verdacht des Anlagebetruges? Wie sind die Geschäftspraktiken der Juicy Fields einzustufen?

Wer muss haften, wenn der Schwindel auffliegt?

Jetzt gilt es zu prüfen, welche zivil- und strafrechtlichen Maßnahmen zielführend sein können. Hier gilt der erste Blick natürlich den Verantwortlichen der Unternehmen aus dem Juicy Fields-Firmennetzwerk. Allerdings haften auch Berater und Vermittler, wenn sie nicht eine anleger- und objektgerechte Beratung vorgenommen haben. Hier sind insbesondere auch Warnungen von Finanzaufsichtsbehörden wie die der BaFin besonders zu würdigen. Und nicht zuletzt muss untersucht werden, ob die beteiligten Banken und Zahlungsdienstleister die Geldwäschevorschriften eingehalten haben. Ist dies nicht der Fall, können sich auch daraus Haftungsansprüche ergeben.

Wie ist der aktuelle Stand der Ermittlungen?

Nach den bisherigen Ermittlungen handelt es sich bei Juicy Fields um ein Schneeballsystem. Es gab bei JuicyFields kein auf den Anbau und der Verwertung von Cannabis begründetes Geschäftsmodell. Kein Wunder, dass es dann dazu auch keinen eingerichteten Bürobetrieb braucht. Unter der neuen Adresse in Rokin 92 in Amsterdam findet sich jedenfalls kein Hinweis auf JuicyFields oder die Juicy Holding B.V., wie Rechtsanwalt Jochen Resch anlässlich eines Ortsbesuches feststellen musste. Bestenfalls gibt es eine Briefkastenadresse im Rokin Business Center. Alle Indizien sprechen dafür, dass des sich bei JuicyFields tatsächlich um ein illegales Schneeballsystem handelt. Mittlerweile ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Berlin gegen Juicyfields. In Rahmen dieser Ermittlungen wurden am 16.08.2022 die Wohnungen und Geschäftsräume an zwei Standorten von mutmaßlichen Verantwortlichen der Juicyfields durch das Landeskriminalamt Berlin im Auftrag der Berliner Staatsanwaltschaft durchsucht. Zahlreiche Unterlagen konnten sichergestellt werden. Die Ermittlungen dienen zur Klärung, ob die von den Anlegern erworbenen Cannabispflanzen tatsächlich existieren oder ob Juicyfields wirklich nur ein Schneeballsystem betreibt. Auch zur Höhe des Schadens werden laut Presseinformation der Staatanwaltschaft Berlin Ermittlungen angestellt. Zudem seien vier Vermögensarreste vollstreckt worden. Aus eigenen Ermittlungen gehen RESCH Rechtsanwälte davon aus, das weitere erhebliche Geldbeträge auf Konten im Ausland und auf Kryptowallets vorhanden sind.

Warum Anleger überhaupt den hehren Zusagen im Netz glaubten

Obwohl ein Login zwischenzeitlich nicht mehr möglich ist, können Interessierte auf der Homepage der Juicy Fields mitunter das Folgende lesen:  Kaum ein Anleger erkannte diese Versprechungen als Schwindel, da sich ihm ein perfekt inszeniertes Schauspiel darbot, das auf den ahnungslosen Anleger absolut real gewirkt hat. Zu allem Übel wird auch noch von der gegenwärtigen Politik die Legalisierung von Drogen wie Cannabis vorangetrieben, was Plattformen wie der Juicy Fields in die Karten spielt. Drogen für medizinische Zwecke? Klingt seriös und harmlos! Juicy Fields gibt sich gekonnt den Anschein eines integren Anbieters von inzwischen legalisierten bzw. legalen Drogen und Anleger vertrauen auf ein gutes Investment auf Basis des neuen Zeitgeistes – scheinbar eine Win-Win-Situation für Anleger und Anbieter. Weder die Moral dahinter wird hinterfragt, noch das Schneeballkonzept hinter den falschen Versprechen von Anlegern erkannt. Anleger sind letztlich die Leidtragenden, denn sie sind es, die abkassiert werden!

Wo sind die Verantwortlichen hinter Juicy Fields?

Da die Verantwortlichen hinter Juicy Fields viel Aufwand betreiben, um Anlegern die wirklichen Verhältnisse zu verschleiern, mag es letzteren kaum gelingen, auf diese Frage eine Antwort zu finden. Dies ist nicht ungewöhnlich, zumal die Betrüger meist unzählige Websites mit demselben betrügerischen Geschäftsmodell betreiben. Dabei erstellen sie ständig neue Websites, laden diese schnell im Internet hoch und bei Bedarf schalten sie diese ebenso fix offline. Noch dazu wird die Top-Level-Domain immer wieder abgeändert, sodass Finanzaufsichts- und Strafverfolgungsbehörden zunehmend Schwierigkeiten haben, den Schwindel zu entlarven. Wer nun betreibt Juicy Fields? Die Domain juicyfields.io ist bereits am 01.07.2019 registriert worden. Die Betreiber der Website verstecken sich hinter dem Internetdienstleister Tucows Domains Inc. Zudem ist auch die Website www.juicyholdings.com am Start. Registriert wurde sie allerdings erst am 07.08.2021 und dabei wurde der Internetdienstleister easyDNS Technologies Inc in Anspruch genommen. Laut den Informationen auf den Websites führt die weitere Spur zu den Betreibern mal nach Zypern, mal in die Schweiz und zuletzt auch in die Niederlande, wo bestenfalls bloß eine Briefkastenadresse im Rokin Business Center existiert. Anleger erfahren also nicht wer und wo die Täter wirklich sind.

Anleger wachen zu spät auf!

Die Mehrheit aller betroffenen Anleger merkt lange nicht, dass sie betrogen wurde. Jene Anleger werden erst misstrauisch, sobald keine Gelder mehr fließen. Dabei geben die Betrüger zum Schein Vorwände an, um Anleger nicht auszuzahlen und hinzuhalten. Leider mit Erfolg! Mal werden an die Auszahlungen Bedingungen geknüpft. Mal müssen Steuern, Gebühren oder sonstiges erst noch bezahlt werden. Leisten Anleger daraufhin diese Zahlungen, gibt es selbstverständlich trotzdem keine Auszahlungen. Warum ist das so? Weil es betrügerische Trading-Plattformen sind. Die Verantwortlichen hatten nie wirklich vor, Anlegern das Geld wieder zurückzuzahlen.

Warnlisten der Finanzaufsichten zu betrügerischen Trading-Plattformen

Anleger sind meist darüber schockiert, wenn sie realisieren, dass auch sie einem Anlagebetrug zu Opfer gefallen sind. Sie geben sich dafür oft selbst die Schuld und hinterfragen, was genau sie falsch gemacht hätten. Viele Anleger haben immerhin auf Google etc. recherchiert und nichts Verwerfliches erkannt. Zudem sind Drogen wie Cannabis mittlerweile legalisiert. Leider kommen die Betrüger mit ihrem dubiosen Geschäftsmodell noch lange davon! Denn solange Anleger den Schwindel nicht bemerken, gibt es von ihnen keine Beschwerden und somit auch keine Warnmeldungen der Aufsichtsbehörden. Nur sobald es erste Auszahlungsprobleme gibt und sich betrogene Anleger in ihrer Not an Rechtsanwälte oder Bewertungsplattformen wenden, werden Warnungen auf den schwarzen Listen für Broker öffentlich. Das ist leider viel zu spät, denn das Geld ist dann schon weg!

Können Anleger eine Sammelklage gegen die Betreiber anregen?

Viele Anleger fragen sich, ob sie sich einer Sammelklage anschließen können. Doch es gibt keine Sammelklage in Deutschland! Mithin wird es daher auch keine Sammelklage für die JuicyFields Anleger geben! Hinzu kommt, dass unter der neuen Adresse in Rokin 92 in Amsterdam sich zudem auch kein Hinweis auf JuicyFields oder die Juicy Holding B.V. findet, wie Rechtsanwalt Jochen Resch anlässlich eines Ortsbesuches feststellen musste. Somit würde eine Sammelklage auch daran scheitern, dass es keinen ladungsfähigen Geschäftssitz gibt. Gleichwohl kann aber eine Bündelung der Anlegerinteressen dennoch sinnvoll sein. Die Ermittlungen in einem komplexen Betrugsfall wie JuicyFields sind regelmäßig sehr aufwendig. Je mehr Fälle zusammenkommen, umso besser wird der Überblick über den Tatkomplex. Je mehr Informationen aus den verschiedenen Fallakten zusammengetragen werden kann, umso größer sind die Chancen, ein verwertbares Ermittlungsergebnis zu bekommen.

Was sollten Anleger tun?

Viele Anleger gehen reflexartig zur Polizei, um dort eine Strafanzeige zu stellen. Sie verkennen dabei aber, dass dies ihnen kein Geld zurückbringt. Tatsächlich dient eine Strafanzeige vordergründig nur der Strafverfolgung und im besten Fall der Bestrafung der Täter. Die Wiederbeschaffung des Geldes erfolgt dadurch mit Sicherheit nicht! Überdies ist dies auch ein ziemlich mühsamer und komplexer Vorgang. Genau hier setzen die RESCH Rechtsanwälte an. Intensive forensische Ermittlungen sind nötig. Zudem braucht es auch internationale Netzwerke, denn meist hat ein inländischer Fall auch einen Auslandsbezug. Wir folgen der Spur des Geldes. Früher hieß es: Geld ist nicht weg, sondern nur woanders. Heute können wir hinzufügen: "Geld ist digital verfolgbar, selbst wenn es über einen Kryptoexchanger in Bitcoin eingezahlt wurde und in der Blockchain anonymisiert ist", erklärt Rechtsanwalt Jochen Resch von der Anlegerschutzkanzlei Resch Rechtsanwälte.

Resch Rechtsanwälte - Erfahrung im Anlegerschutz seit 1986



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Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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